Italien Rackete verklagt Salvini

Italiens Innenminister Salvini hat Rackete beleidigt, ihr gedroht und sie belächelt - nun will sie mit einer Klage wegen Verleumdung gegen den Politiker vorgehen.

(Foto: Guglielmo Mangiapane/Reuters)

Von Oliver Meiler, Rom

Carola Rackete, die Kapitänin des Rettungsschiffs Sea-Watch 3, verklagt Italiens Innenminister Matteo Salvini wegen "schwerer Verleumdung" und "Anstiftung zum Verbrechen". In der Anzeige, die an diesem Freitag bei der römischen Staatsanwaltschaft deponiert werden soll, wird auch die Beschlagnahmung von Salvinis Konten und Profilen bei Twitter und Facebook gefordert. Während der Blockade und nach Racketes unerlaubter Anlandung im Hafen von Lampedusa bezeichnete Salvini die 31-jährige deutsche Kommandantin unter anderem mehrmals öffentlich als "verwöhnte Göre", "Verbrecherin", "Komplizin der Schlepper" und "potenzielle Mörderin". Es sei offensichtlich, dass er damit ihre Ehre verletzt habe. Mit seinen Worten des Hasses habe der Innenminister außerdem andere dazu angestiftet, ihr im Netz mit Gewalt zu drohen. Rackete erinnerte daran, dass das zuständige Gericht in Agrigent ihr bei der Freilassung bescheinigte, aus Pflichtgefühl gehandelt zu haben, als sie die geretteten Migranten in den sicheren Hafen von Lampedusa gefahren hat.