Israel "Es ist ein diskriminierendes Gesetz"

Als die drusische Minderheit in Israel zu einer Demonstration gegen das neue Gesetz aufrief, kamen Zehntausende –vor allem solidarisierten sich viele jüdische Israelis.

(Foto: Corinna Kern/Reuters)

Das Nationalstaatsgesetz Netanjahus habe vor allem ein Ziel, meint der Soziologe Natan Sznaider: Es soll Israel auf das Scheitern der Zweistaatenlösung vorbereiten.

Interview von Alexandra Föderl-Schmid

SZ: Viele Schriftsteller und Intellektuelle haben wegen des Nationalstaatsgesetzes einen Protestbrief an Regierungschef Benjamin Netanjahu geschrieben. Sind Sie auch dabei?

Natan Sznaider: Ich unterschreibe keine offenen Briefe, aber ich teile die Kritik. Es ist ein diskriminierendes Gesetz. Das ist klar. Gleichzeitig geht es natürlich auch um symbolische Politik. Gesetze sollen das Leben von Bürgern beeinflussen, aber dieses Gesetz tut das im Moment nicht. Vielleicht in der Zukunft. Es setzt Dinge fest, die eigentlich schon klar sind, wie die Hymne des ...