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Irak:Mehr als 70 Tote bei Anschlag auf Moschee

Beim Angriff auf eine sunnitische Moschee nordöstlich von Bagdad sind mehr als 70 Menschen getötet worden. Mitglieder einer schiitischen Miliz sollen das Feuer aus Rache für einen Autobombenanschlag eröffnet haben.

  • Mehr als 70 Menschen wurden bei einem Angriff auf eine Moschee nordöstlich von Bagdad getötet.
  • Die Täter sollen einer schiitischen Miliz angehören und sich für einen Autobombenanschlag von Sunniten gerächt haben.
  • In der Region haben sich IS-Kämpfer mit anderen sunnitischen Gruppen verbündet.

Viele Tote bei Angriff auf Gotteshaus

Bei einem Angriff von Bewaffneten auf eine sunnitische Moschee nordöstlich von Bagdad sind nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern mindestens 73 Menschen getötet worden.

Augenzeugen zufolge stürmten Angreifer das Gebetshaus im Dorf Imam Wais am Rand von al-Mikdadija und eröffneten das Feuer.

Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija handelte es sich bei den Tätern um Kämpfer einer schiitischen Miliz. Sie hätten sich für einen Auto-Bombenanschlag rächen wollen.

Das irakische Nachrichtenportal Al-Mada berichtete unter Berufung auf die Polizei, bei der Explosion in derselben Region seien vier Kämpfer einer schiitischen Miliz getötet worden. Laut Al-Arabija gab es nach dem Angriff außerhalb der Moschee Zusammenstöße.

Schwelender Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten

In der Region um al-Mikdadija gibt es seit Wochen immer wieder heftige Kämpfe zwischen regierungstreuen Einheiten und der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS), wie Al-Mada weiter berichtete. Die Extremisten seien dort mit anderen sunnitischen Gruppen wie der Nakschbandi-Miliz verbündet, zu der Anhänger des 2003 gestürzten früheren Langzeitherrschers Saddam Hussein gehören.

IS-Kämpfer haben weite Teile des Nordiraks unter ihre Kontrolle gebracht und dort einen Gottesstaat ausgerufen. Der IS verfolgt Schiiten und moderate Sunniten.

Im Irak schwelt seit langem der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, deren Milizen teils von Iran ausgebildet werden. In den Jahren 2006 und 2007 gab es immer wieder Anschläge auf Moscheen. Dabei wurde 2006 unter anderem die goldene Kuppel der für Schiiten wichtigen Grabmoschee in der Stadt Samarra zerstört. Im Juni 2007 jagte ein Attentäter in Bagdad einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in einer schiitischen Moschee in die Luft. Mehr als 70 Menschen starben. Auch sunnitische Gebetshäuser waren Ziel von Angriffen.