Interview-Buch des Ex-Verteidigungsministers:Guttenberg hält sich für "vorerst gescheitert"

Arbeitet hier ein Mann an seinem Comeback? Bereits am Wochenende hatte Karl-Theodor zu Guttenberg bei einer öffentlichen Veranstaltung das Krisenmanagement der Kanzlerin kritisiert. Jetzt äußert er sich erstmals seit seinem Rücktritt zur Plagiatsaffäre. In einem Interview-Buch spricht der ehemalige Verteidigungsminister über eigene Verfehlungen und die Bedingungen für eine Rückkehr in die Politik. Der Titel ist vielsagend: "Vorerst gescheitert".

Erstmals seit seinem Rücktritt als Verteidigungsminister äußert sich Karl-Theodor zu Guttenberg zu seinem spektakulären Absturz nach der sogenannten Plagiats-Affäre: Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo befragte den CSU-Politiker über die Zeit nach dem Rücktritt und zu den Folgen der Plagiats-Affäre.

Zurück auf der öffentlichen Bühne: Karl-Theodor zu Guttenberg will sich mit einem kommende Woche erscheinenden Buch erstmals zur Plagiatsaffäre äußern. (Foto: dapd)

Der Gesprächsband mit dem vielsagenden Titel "Vorerst gescheitert" soll am 29. November erscheinen und ist nach Angaben des Verlages als Disput zwischen Guttenberg und Moderator Giovanni di Lorenzo aufgebaut. Der ehemalige Verteidigungsminister spreche unter anderem über seine Herkunft und Familie, seinen Umgang mit den eigenen Fehlern - und über die Voraussetzungen für eine Rückkehr auf die politische Bühne.

Am Samstag war Guttenberg bei einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Dabei hatte er das Krisenmanagement der Kanzlerin in der Euro-Krise mit deutlichen Worten kritisiert und damit Spekulationen über ein politisches Comeback ausgelöst. In CSU-Kreisen geht außerdem das Gerücht um, Guttenberg arbeite an einer neuen Dissertation, um sich zu rehabilitieren.

Guttenberg war Anfang März von allen politischen Ämtern zurückgetreten, nachdem zahlreiche ungekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit entdeckt worden waren. Sein Doktortitel wurde ihm von der Universität Bayreuth inzwischen aberkannt. Die Staatsanwaltschaft Hof will noch in dieser Woche entscheiden, ob sie das seit acht Monaten laufende Ermittlungsverfahren gegen den 39-Jährigen einstellt.

© dapd/olkl - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: