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Ganztagsschule:Schulschlusslicht Bayern

39 Prozent aller Kinder besuchen die Schule ganztags - im Bundesdurchschnitt. Doch die Unterschiede der Länder sind erheblich. Besonders wenige Ganztagsplätze gibt es in Bayern.

In keinem anderen Bundesland besuchen so wenig Kinder eine Ganztagsschule wie in Bayern. Während bundesweit 39 von 100 Kindern im Schuljahr 2015/16 einen Ganztagsplatz nutzten, waren es im Freistaat nur 16. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Bayern landet damit im Ländervergleich an letzter Stelle, obwohl es sein Ganztagsangebot seit 2009 verdoppelt hat. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband kritisierte den Ausbau der Ganztagsschulen als zu langsam. Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung würden angesichts von Inklusion und Integration nicht ausreichen. Das Kultusministerium verweist auf die Rolle der Kommunen: Sie würden offene Ganztagsgruppen, gebundene Ganztagsklassen und Mittagsbetreuung beantragen. Der Staat habe alle genehmigungsfähigen Anträge bewilligt, die Haushaltsmittel für 2017 seien von den Kommunen aber nicht komplett abgerufen worden. Das Angebot spiegele die elterliche Nachfrage im Flächenstaat Bayern wider. Laut Bertelsmann haben demgegenüber im Stadtstaat Hamburg 90 von 100 Kindern einen Ganztagsschulplatz. Für ein bundesweit flächendeckendes Angebot seien aber noch mehr als 3,3 Millionen Ganztagesplätze, 31 400 zusätzliche Lehrkräfte und 16 200 weitere Fachkräfte nötig. Die Personalkosten für den Ausbau würden jährlich 2,8 Milliarden Euro betragen.