Friedensnobelpreis – Liu Xiaobo

Das Nobelkomitee zeichnete 2010 den Menschenrechtsaktivisten Liu Xiaobo aus - und brüskierte damit die chinesische Regierung. Ein leerer Stuhl bekundete bei der Verleihung in Oslo die unfreiwillige Abwesenheit des Preisträgers. Liu Xiaobo befindet sich seit 2009 wegen "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" in chinesischer Haft. Der Literaturwissenschaftler ist einer der Unterzeichner der Charta 08, in der Wissenschaftler, Anwälte und Funktionäre rechtliche und politische Reformen in China fordern.

Nach der Nobelpreisverleihung:

Aus Protest über die Nominierung Xiabaos verlieh China einen Tag vor der Verleihung erstmals seinen eigenen Friedenspreis, den Konfuzius-Friedenspreis, an den früheren taiwanischen Vizepräsidenten Lien Chan. Die Situation von Regerungsgegnern in China hat sich durch die Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiabao keineswegs gebessert.

Bild: REUTERS 8. Oktober 2015, 15:042015-10-08 15:04:39 © sueddeutsche.de/hild/hey/bavo/gal/mcs/jak/mikö