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Filmpremiere: "Isch kandidiere":Der neue Mister 18 Prozent

Der Wahlkampf krampft, und Politiker sonnen sich im Glanz von Filmstar Horst Schlämmer. Doch die Wähler verwechseln die Parodie leicht mit der Realität.

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Roter Teppich und Blitzlichtgewitter für Horst Schlämmer am Potsdamer Platz: Großer Besucherandrang herrscht am Montag in Berlin bei der Premiere des neuen Films mit Hape Kerkeling "Horst Schlämmer - Isch kandidiere"

Fotos: dpa

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Und weil der Wahlkampf nicht richtig in Schwung kommt, lässt sich auch die politische Konkurrenz nicht zweimal bitten. Sie alle sonnen sich an diesem Abend in Schlämmers Glanz. Gabriele Pauli beispielsweise, die Vorsitzende der Freien Union, wedelt für die Fotografen eifrig mit einem Fähnchen von der HSP, der Horst Schlämmer Partei.

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Politikberater hatten im Vorfeld behauptet, Kerkeling halte als "Hofnarr der Herrschenden" den Parteien den Spiegel vor und entlarve manche Versprechen im Wahlkampf als nicht seriös. Gregor Gysi von den Linken scheint das ähnlich zu sehen. Auf dem Roten Teppich erklärt er, Schlämmer bringe "den Frust einer Gesellschaft zum Ausdruck".

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Aus der Spitzenriege von SPD und CDU lässt sich dagegen niemand bei der Premiere blicken. Dabei hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sogar einen Gastauftritt in "Isch kandidiere". Genau wie Grünen-Chef Cem Özdemir. Doch anders als Rüttgers erscheint er auch auf dem Roten Teppich. Flankiert wird er von seiner schwangeren Frau Pia Castro.

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Auch Kollegin Claudia Roth ist gekommen - und spielt brav mit. Über Schlämmers Angebot, sie im Falle eines Wahlsieges zur Außenministerin zu küren, zeigt sich die Grünen-Bundesvorsitzende begeistert. In einem Interview fordert sie Schlämmer aber auf, sich stärker für die Frauen einzusetzen. Dass die Wähler die Parodie mit der Realität verwechseln könnten, scheint sie dabei nicht zu beunruhigen.

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Dabei könnte die fiktive HSP, wäre sie zur Bundestagswahl am 27. September 2009 zugelassen, nach einer Umfrage des Stern glatt mit 18 Prozent der Wählerstimmen rechnen. Der Kanzler in spe präsentiert sich auch bei der Filmpremiere als ein Mann der Tat: Prompt zieht er seine "First Lady", Schauspielerin Alexandra Kamp, enger zu sich. "Die Welt braucht mich", ist Schlämmer überzeugt.

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Auch viele HSP-Fans scheinen das zu glauben. Einige haben weite Reisen auf sich genommen, um ihrem vermeintlichen Polit-Idol nah zu sein. Was ihnen an Schlämmer gefällt? "Der ist so ehrlich", sagt einer. "Der sagt, was er denkt." "Die anderen sind doch alle korrupt" und "Lieber ihn als weiter die Merkel und ihre Politschmarotzer", meinen andere.

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Der Inhalt des Films lässt sich in etwa so zusammenfassen: Kerkeling alias Horst Schlämmer, stellvertretender Chefredakteur beim Grevenbroicher Tagblatt, will Kanzler werden. Unterstützung sucht sich der Mann mit Trenchcoat, Herrenhandtäschchen und Schnappatmung dabei unter anderem bei Chauffeur Michael Schumacher und ...

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... Rapper Bushido (links), der mit Produzent Bernd Eichinger auf der Premiere im Sony Center erscheint. Der Musiker zeigt sich hinterher allerdings enttäuscht: "Der Film war in Teilen recht amüsant", so Bushido, der den Wahlkampf-Song für Schlämmer geschrieben hat. Aber "der eine oder andere Gast war jetzt nicht der Hit".

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Auch vom Publikum gibt es kaum mehr als einen Anstands-Applaus für den Streifen von Regisseur Angelo Colagrossi - das Foto zeigt ihn bei der Aftershowparty am Bundespressestrand. Schlämmers einziger Kommentar nach dem Film lautet: "In vier Jahren probiere ich es wieder". Am Donnerstag kommt "Isch kandidiere" in die Kinos.

(sueddeutsche.de/dpa/mikö/af/woja/jj)

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