Ex-Trump-Berater:Verachtung für gemäßigte Republikaner

Schuld an der Abkehr von der reinen Lehre hätten "die West-Wing-Demokraten", also die gemäßigten Berater der Trump-Regierung wie etwa Ivanka Trump und Jared Kushner. Sie und andere Moderate würden nun versuchen, Trump zu mäßigen, ist sich Bannon sicher.

Besondere Verachtung ließ Bannon in seinen Interviews dem "Washingtoner Establishment" zukommen, vor allem den angeblich gemäßigten Republikanern im Kongress. Sie hätten "kein Interesse an seinem [Trumps, d. Red.] Programm" gehabt. Die Abschaffung von "Obamacare" hätten sie nur halbherzig betrieben. So werde das nun auch mit anderen Gesetzesvorhaben sein.

Trumps entlassener Chefstratege bleibt im Weekly Standard zudem bei seiner Darstellung, freiwillig das Weiße Haus verlassen zu haben. Er habe am 7. August seine Kündigung mitgeteilt und ein Datum rund um den 14. August angepeilt, also dem Jahrestag seines Ausstiegs bei Breitbart für einen Job als Trumps Wahlkampfmanager im vergangenen Jahr.

An der Version des freiwilligen Abgangs gibt es allerdings Zweifel. Spätestens mit den Antritt von John Kelly als Stabschef hatte sich angedeutet, dass die Tage Bannons gezählt sein könnten. Bannon galt stets als Unruhestifter und als möglicher Leaker von Informationen, mit denen er seinen Rivalen schaden wollte.

Bannon: "Ich werde mit Breitbart eine verdammte Maschine schaffen."

Die prominente Rolle, die ihm Medien zuschrieben, habe auch den US-Präsidenten verärgert, hieß es immer wieder. Zudem lieferte sich Bannon im Frühjahr eine Fehde mit Trump-Berater und Schwiegersohn Jared Kushner. Zuletzt hatte Breitbart den nationalen Sicherheitsberater H. R. McMaster hart angegriffen. Bannon stand in Verdacht, der Pate hinter dieser regelrechten Schmutzkampagne gewesen zu sein.

Für den 63-jährigen Bannon beginnt der Kampf jetzt allerdings erst richtig - und mit seinen Insiderinformationen könnte er zum Problem für die Trump-Regierung werden. "Ich fühle mich geradezu hochgehoben. Jetzt bin ich frei", sagte er am Freitag. "Ich werde mit Breitbart eine verdammte Maschine schaffen. Und mit dem, was ich jetzt weiß, werde ich die Maschine auf Hochtouren bringen."

© SZ.de/ewid
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