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Erster Weltkrieg in den Alpen:Gemetzel um Gipfel

1915 schaltete sich Italien in den Ersten Weltkrieg ein. Minen schwammen im Gardasee, Soldaten durchbohrten Berge und sprengten Gipfel. Bilder des brutalen Gebirgskrieges.

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Österreichische Soldaten werden gegen Italien mobilisiert, 1915

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Am 23. Mai 1915 weitete sich der Weltkrieg aus. Italien erklärte Österreich-Ungarn den Krieg, obwohl die Monarchien verbunden waren durch ein militärisches Abwehrbündnis, an dem auch das Deutsche Reich beteiligt war.

Großbritannien hatte Rom in Geheimverhandlungen erfolgreich gelockt: Italien sollte nach dem Krieg die von Italienern bewohnten österreichischen Gebiete wie Friaul zugeschlagen bekommen - und Südtirol.

Im Bild: Standschützen im Mai 1915 bei der Mobilisierung in Tirol.

Österreichisch-ungarische Stellung, 1915

Quelle: SZ Photo

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Der Krieg im Gebirge war geprägt vom erbitterten Kampf um strategisch wichtige Gipfel. Auf diesem Foto beziehen Infanteristen 1915 eine österreichisch-ungarische Stellung in 3400 Meter Höhe.

Hinterhalt österreichischer Truppen in Südtirol, 1915

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Die Truppen harrten in Eiseskälte auf den Höhenzügen aus und bekämpften sich. Hier bereiten österreichische Soldaten in Südtirol eine Steinlawine vor, die italienische Einheiten treffen soll.

Stellungsbau in den Alpen, 1916

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Doch tatsächliche Bewegung gab es kaum. Der Krieg fraß sich in den Alpen fest. Beide kriegsführenden Parteien befestigten ihre Stellungen, sie durchbohrten Berge und sprengten zum Teil die Gipfel.

Österreichische Patrouille im Hochgebirge, 1916

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Eine österreichische Patrouille in den Dolomiten feuert 1916 auf italienische Soldaten. Durch Lawinen, Kälte und andere Umwelteinflüsse starben im Laufe des Krieges unzählige Soldaten.

Hochgebirgskämpfe in Tirol, 1916

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Während der Hochgebirgskämpfe wurden Waffen, Nahrung und andere Gerätschaften oft durch Maultiere in die Stellungen befördert. Später baute man auch Seilbahnen. Teilweise wurden auch schwere Waffen auf die Berge transportiert. Dieses Foto zeigt eine italienische 28-Zentimeter-Haubitze.

Gabriele d'Annunzio als Offizier, 1915

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Auf beiden Seiten kämpften auch Kunstschaffende. Schriftsteller Robert Musil diente in der österreichischen Armee als Landsturmmann. Der italienische Autor Gabriele d'Annunzio (li.) schlüpfte ebenso in eine Uniform und forcierte die antiösterreichische Propaganda. Ein anderer italienischer Soldat wurde erst nach dem Krieg bekannt: Benito Mussolini, der spätere Faschistenführer.

Minenlegen im Gardasee, 1915

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Die Front zog sich über Berge - und sie verlief am Gardasee, an den von Norden das österreichische Kaiserreich grenzte. Auch Minen wurden im Gardasee verlegt.

Italienische Gefangene an der Isonzofront, 1917

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Im Osten der Südfront tobten blutige Kämpfe. Am Unterlauf des Isonzo tobten zwölf Schlachten. Allein in der elften Schlacht starben insgesamt etwa 50 000 Menschen.

Im Bild: Gefangene Italiener transportieren 1917 an der Isonzofront einen österreichischen Verwundeten nach hinten.

Österreichische Soldaten während einer Isonzoschlacht, 1917

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Im Herbst 1917 traten die Österreicher (im Bild ein MG-Trupp), verstärkt durch deutsche Einheiten, die Offensive am Isonzo an. Der Vorstoß war als Entlastung gedacht, doch entwickelte sich zum Durchbruch. Es wurde auch Giftgas eingesetzt.

Erbeutetes italienisches Riesengeschütz bei Udine, 1917

Quelle: Süddeutsche Zeitung Photo

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Die Italiener konnten die Front nicht halten und mussten sich bis an den Piave zurückziehen. Auf diesem Foto ist ein von den Österreichern erbeutetes Riesengeschütz bei Udine zu sehen.

Österreichische Soldaten an der Front in Italien, 1918 Piave Erster Weltkrieg

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Die Italiener konnten die Front stabilieren, nachdem auch die Franzosen und Briten Truppen schickten. Am Piave wurden abermals grausame Schlachten geschlagen, bis im November 1918 der Waffenstillstand geschlossen wurde.

Im Bild: Ein österreichischer Spähtrupp an der 1918 an der Piavefront unter italienischen Artilleriebeschuss.

Der höchste Schützengraben im Gebirgskrieg in Tirol, 1918

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Italien hatte zu Beginn des Weltkrieges mit einem kurzen Feldzug gerechnet, doch es war anders gekommen. Im Hochgebirge war kein Durchkommen und 1917 waren die Mittelmächte nach der 12. Isonzo-Schlacht bis nach Venetien vorgedrungen. Am Ende des Jahres stand Italien trotzdem auf der Seite der Sieger und erhielt einen Teil der versprochenen Territorien.

Im Bild: österreichisch-ungarische Truppen auf dem Ortlergipfel in etwa 3850 Meter Höhe. Die Stellung galt als höchster Schützengraben im Gebirgskrieg in Tirol,.

© SZ.de/odg

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