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Ermordete Journalistin in Russland:Lebenslange Haftstrafen im Mordfall Politkowskaja

Russland erinnert an Politkowskaja-Mord

Menschen erinnern 2009 in Moskau an den Mord an Anna Politkowskaja. Die russische Journalistin wurde in ihrem Treppenhaus erschossen.

(Foto: dpa)

Vor acht Jahren ist die regierungskritische russische Journalistin Anna Politkowskaja in ihrem Treppenhaus erschossen worden. Die Tat hatte international Entsetzen ausgelöst. Ein Moskauer Gericht hat den Schuldspruch gegen die Tatbeteiligten nun bestätigt.

Der Organisator des Mordes an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja und der Todesschütze sind zu jeweils lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil fiel am Montag in Moskau. Die Regierungskritikerin Politkowskaja war vor fast acht Jahren erschossen worden.

Richter Pawel Meljochin sah es als erwiesen an, dass die Männer in den Mord an der Reporterin der Zeitung Nowaja Gaseta verwickelt sind, wie die Staatsagentur Itar-Tass meldete; den Komplizen droht Straflager.

Politkowskaja galt als unerschrockene und engagierte Journalistin. Sie enthüllte Korruptionsfälle und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen durch die russischen Truppen in Tschetschenien. 2006 wurde sie bei der Rückkehr von einem Einkauf im Alter von 48 Jahren vor der Tür ihres Moskauer Wohnblocks erschossen.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Strafen beantragt, nachdem Geschworene die fünf Verdächtigen im Mai schuldig gesprochen hatten. Die Bluttat vom 7. Oktober 2006 hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Die Auftraggeber der Tat sind weiter unbekannt.

Menschenrechtsaktivisten und Verwandte haben erklärt, die Verurteilten hätten nur Befehle ausgeführt. Solange die Drahtzieher nicht gefasst und verurteilt seien, sei der Gerechtigkeit nicht Genüge getan. Nach Angaben von Bürgerrechtlern führen die Spuren der Hintermänner möglicherweise bis in Regierungskreise.

© SZ.de/AFP/dpa/fran
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