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Diebstahl von Bankdaten:200 Millionen Euro für den Staat

Im LGT-Fall handelte sich bei dem Anbieter um den ehemaligen LGT-Mitarbeiter Heinrich Kieber, der als hervorragender Computerspezialist galt.

Bei der Vaduzer Bank hatte er die Aufgabe, sämtliche Papierdokumente der LGT Treuhand zu digitalisieren. Er hatte Zugang zum Archiv der Bank, konnte Kontodaten, Verträge und sogar handschriftliche Vermerke besorgen.

Nachdem er durch Vermittlung des Bundesnachrichtendienstes Kontakt zu den Wuppertaler Steuerfahndern hatte, gab er zunächst 14 Arbeitsproben ab, die überprüft wurden. Fast alle waren Treffer. Später überreichte er eine Liste mit 150 Namen, die auch überprüft wurden.

Die meisten Personen auf dieser Liste hatten ihren Liechtensteiner Schatz nicht dem deutschen Fiskus gemeldet. Kieber erhielt 4,6 Millionen Euro, die von Bund und Ländern bezahlt wurden. Das Honorar wurde mit einem pauschalen Satz von zehn Prozent für Informanten versteuert. Außerdem besorgte ihm der BND eine neue Identität.

Gestützt auf Kiebers Unterlagen wurden 590 Ermittlungsverfahren eingeleitet, ein Drittel davon ist erledigt. Nach derzeitigem Stand sind bislang in die Staatskassen etwa 200 Millionen Euro geflossen.

Im Fall der Daten der 1400 deutschen Kunden der Credit Suisse waren die Fahnder ähnlich vorgegangen. Sie hatten zunächst fünf Arbeitsproben ange-fordert und dann noch einmal 100 Proben. Zudem hatte der Unbekannte weitere interne Unterlagen der Bank besorgt. Der bekannt gewordene Preis von 2,5 Millionen Euro gilt vergleichsweise als sehr kommod.

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