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Deutschland:10 000 Urlauber täglich nach Hause

Die Rückholaktion der Bundesregierung umfasst doppelt so viele Touristen wie zunächst angenommen: Es geht um 200 000 Deutsche in aller Welt.

Eine Woche nach Beginn der Luftbrücke zur Rückholung gestrandeter deutscher Urlauber aus aller Welt ist noch kein Ende der Aktion in Sicht. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach am Montag von mehr als 200 000 Urlaubern, die betroffen seien. Ursprünglich hatte das Auswärtige Amt diese Zahl auf mehr als 100 000 geschätzt. 120 000 Deutsche hätten seit Dienstag vergangener Woche die Heimreise antreten können, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit. Dies sei sowohl mit Flügen der Reiseveranstalter als auch mit von der Bundesregierung gecharterten Maschinen geschehen. 40 Sonderflüge der Bundesregierung habe es schon gegeben, 35 weitere seien bereits in der Planung. "Wir sind im Moment in einem Rhythmus, dass wir ungefähr 10 000 deutsche Urlauber pro Tag nach Deutschland zurück bekommen", sagte sie. Bislang konzentriert habe sich die Luftbrücke auf die "touristischen Hotspots". So seien etwa aus Ägypten 30 000 von 35 000 Urlaubern heimgekehrt. Rückholaktionen liefen auch aus Algerien, Argentinien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Gambia, Indien, Marokko, Mexiko, Neuseeland, Peru, den Philippinen und Tunesien.

Verstärkt soll sich das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes nun Gebieten zuwenden, in denen die Rückholung auf größere Schwierigkeiten stößt - etwa, weil schon die Anreise zum Flughafen problematisch ist oder nur kleine Gruppen oder Individualreisende betroffen sind. "Das wird uns auch noch etwas Zeit kosten. Es kostet manche Urlauber Geduld. Wir können nicht alles ad hoc organisieren, aber von hier noch einmal die Versicherung: Wir sind dran", sagte die Sprecherin. Über die Botschaften versuche man Lösungen zu finden.

Etliche deutsche Urlauber hängen überdies an der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta in Marokko fest, weil die dortigen Behörden die Einreise verweigern. Die Versorgungslage sei katastrophal, es fehle auch an Trinkwasser, heißt es in einem Schreiben Betroffener. Man bemühe sich mit den spanischen Behörden um eine Transitlösung, hieß es dazu in Berlin.

© SZ vom 24.03.2020

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