Im Iran ist Staatsmedien zufolge ein deutscher Staatsangehöriger festgenommen worden. Die Person soll in einer "sensiblen Zone" der Südwestprovinz Chusestan fotografiert haben, berichtete die staatliche Zeitung Dscham-e Dscham. Zur Identität und dem Zeitpunkt der Festnahme gab es zunächst keine Informationen.
Immer wieder kommt es in der Provinz zu Demonstrationen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, man habe die Berichte in den iranischen Medien zur Kenntnis genommen. Die deutsche Botschaft bemühe sich derzeit mit Hochdruck um Aufklärung.
Im Zuge der jüngsten Protestwelle wurden nach Angaben der Justiz mindestens 40 ausländische Staatsbürger festgenommen. Der Iran klagte einige mit dem Vorwurf der Spionage an. Kritiker werfen dem Iran vor, ausländische Staatsbürger als politische Geiseln festzusetzen. Teheran weist diese Vorwürfe zurück und begründet die Festnahmen in der Regel mit der nationalen Sicherheit.
Im Iran kommt es seit Monaten zu Protesten gegen das Mullah-Regime. Auslöser war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im Polizeigewahrsam. Sie war von der sogenannten Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden.