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Corona-Virus:Last-Minute-Regeln

Der Staat ist auf das Ende der Schulferien schlecht vorbereitet.

Von Henrike Roßbach

Manche Dinge kommen immer zu früh und gefühlt überraschend, obwohl sie im Kalender stehen. Allen voran: Weihnachten und das Ende der Sommerferien. Was letztere betrifft, ist das in diesem Jahr besonders misslich. Inmitten einer Pandemie müsste der Start ins Schul- und Kitajahr minutiös geplant sein. Zuletzt aber hatte es den Anschein, dass manches erst in letzter Minute in die Tat umgesetzt wurde.

Auf die Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten etwa einigten sich Bund und Länder, als in Mecklenburg-Vorpommern schon die letzte Ferienwoche angebrochen war. Und tatsächlich getestet wird erst seit Samstag, während an diesem Montag schon in fünf Ländern die Kinder wieder im Klassenzimmer sitzen. Da nützt auch der Hinweis von Gesundheitsminister Spahn wenig, zuvor habe ja eine Quarantänepflicht bestanden. Denn erstens ist es nicht einfach, diese Selbstisolation zu überprüfen, und zweitens ist Quarantäne für Familien keine gute Idee, wenn gerade die Schule beginnt. Sich alternativ dazu freiwillig testen zu lassen, ist aber auch erst seit August kostenlos.

Das Gesundheitswesen könne die gestiegenen Infektionszahlen verkraften, sagt Minister Spahn. Hoffentlich können auch die Familien, Schulen und Kitas die Last-Minute-Maßnamen der Politik verkraften.

© SZ vom 10.08.2020

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