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Corona:Drinnenminister

Heiko Maas wird seiner Arbeit vorerst zu Hause nachgehen. Da einer seiner Personenschützer mit Covid-19 infiziert ist, muss der Außenminister den Quarantäne-Regeln folgen. Eine Reise nach Amman wurde abgesagt.

Von Daniel Brössler, Berlin

Eigentlich wollte der Außenminister am Mittwoch wieder auf Reisen gehen. Am Abend wurde Heiko Maas in der jordanischen Hauptstadt Amman erwartet, wo an diesem Donnerstag ein Treffen mit den Außenministern Frankreichs, Ägyptens und Jordaniens geplant war. Thema: der nahöstliche Friedensprozess. Die Reise musste Maas absagen. Der Minister habe "sich heute wegen der Covid-19-Infektion eines Mitgliedes seines Personenschutzkommandos in Quarantäne gemäß des Infektionsschutzgesetzes begeben", teilte seine Sprecherin wenige Stunden vor dem eigentlich geplanten Abflug mit. Bei einem ersten, am Mittwoch durchgeführten Covid-Test sei keine Infektion festgestellt worden. Das Auswärtige Amt kläre nun in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst auf, ob und inwieweit weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien.

Unklar war zunächst, wann Maas zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) oder anderen Mitgliedern des Kabinetts begegnet ist. An der Sitzung des Bundeskabinetts am Mittwochvormittag und am Corona-Kabinett am Montag hat Maas nicht teilgenommen. Das erste Mitglied der Bundesregierung, das sich in häusliche Quarantäne begeben muss, ist Maas nicht. Auch Kanzlerin Merkel hatte sich im März wegen einer Corona-Infektion ihres Impfarztes für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen und hatte in der Zeit von zu Hause aus gearbeitet. Ebenfalls wegen einer Covid-19-Infektion in seiner Umgebung musste EU-Ratspräsident Charles Michel sich gerade erst in Quarantäne begeben und den für diesen Donnerstag geplanten EU-Sondergipfel auf Anfang Oktober verschieben.

Wie Merkel im März muss nun auch Maas seine Aufgaben zu Hause erledigen. Die meisten Sitzungen finden ohnehin virtuell statt.

Auch zu den Beratungen in Amman will er sich nun per Video zuschalten.

© SZ vom 24.09.2020

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