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Nach Chamenei-Predigt:Trump richtet Warnung an Irans geistlichen Führer

Familie Trump auf dem Weg nach Florida

US-Präsident Donald Trump am Freitag auf dem Weg nach Florida Hinter Trump: sein Sohn Barron

(Foto: dpa)
  • US-Präsident Trump droht dem iranischen geistlichen Führer Ayatollah Ali Chamenei nach dessen USA-kritischer Freitagspredigt.
  • Irans "Oberster Führer" solle "mit seinen Worten sehr vorsichtig sein", twitterte Trump.
  • Chamenei hatte zuvor von "amerikanischen Clowns" gesprochen, die vorgäben, auf der Seite des iranischen Volks zu stehen.

US-Präsident Donald Trump hat Irans geistlichen Führer Ayatollah Ali Chamenei nach dessen Freitagspredigt scharf attackiert. Der sogenannte "Oberste Führer" habe "einige gemeine Dinge über die Vereinigten Staaten und Europa" gesagt, schrieb Trump am Freitag (Ortszeit) auf Twitter. Dabei breche die Wirtschaft Irans ein, und dessen Volk leide. "Er sollte mit seinen Worten sehr vorsichtig sein!", ergänzte Trump mit Blick auf Chamenei.

Zuvor hatte der oberste Führer des Irans in einer Freitagspredigt gegen die USA ausgeteilt: "Amerikanische Clowns" sagten fälschlicherweise, sie stünden an der Seite der protestierenden Iraner. Sie würden aber lügen und wollten der iranischen Nation letztlich bloß einen "giftigen Dolch" in den Rücken rammen. Trump nannte er nicht namentlich, doch war klar, dass er sich auf ihn und dessen Regierung bezog. Chamenei hielt seine erste Freitagspredigt seit acht Jahren, Tausende Gläubige nahmen teil.

Iranische Führung unter Druck

Die iranische Führung ist unter Druck, weil sie den Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran zunächst geleugnet hatte. Bei dem Absturz von Flug PS752 am vergangenen Mittwoch waren alle 176 Insassen ums Leben gekommen, größtenteils waren es Iraner und iranischstämmige Kanadier. Iran hatte zunächst abgestritten, für den Absturz verantwortlich zu sein. Erst am Samstag hatte ein Kommandeur des iranischen Militär den Abschuss eingeräumt. Auslöser war demnach ein Defekt im Kommunikationssystem. Aufgrund der Spannungen mit den USA befand sich Iran in erhöhter Alarmbereitschaft. Als Rache für die Tötung des iranischen Generals Qassim Soleimani hatte das Land mehrere Raketen auf US-Militärbasen im Irak gefeuert.

Nachdem das iranische Militär zugegeben hatte, die Passagiermaschine versehentlich abgeschossen zu haben, kam es in Iran zu regierungskritischen Protesten. Einsatzkräfte schlugen sie mit Tränengas und scharfer Munition nieder. Trump bekundete - unter anderem in Tweets auf Persisch - seine Unterstützung für die Demonstranten.

Chamenei sagte in seiner Predigt, der Abschuss des Flugzeugs sei ein "bitterer Unfall" gewesen. Den wollten die Feinde des Irans nun nutzen, um die Islamische Republik und die Revolutionsgarde infrage zu stellen. Doch der Massenauflauf bei der Beerdigung des von den USA getöteten Generals Kassem Soleimani habe gezeigt, dass die Iraner hinter ihrer Führung stünden. Diese Trauerprozessionen und die Proteste Hunderttausender gegen die US-Regierung fanden allerdings in den Tagen vor dem Abschuss der Maschine statt.

© SZ.de/ap/mxm/jsa
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