Bundeswehr Nach vorne verteidigen

Ursula von der Leyen besichtigt in Wunstorf ein A-400 M-Flugzeug.

(Foto: Thomas Starke/Getty Images)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen prophezeit dem Pannenflieger A-400M eine Zukunft als weltweit modernstes Transportflugzeug.

Von Mike Szymanski, Berlin

Nach Jahren des Ärgers bei der Einführung des Transportflugzeuges A-400M sieht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Großprojekt auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr habe die Truppe vom Hersteller Airbus alle Flieger wie vertraglich vereinbart erhalten, sagte sie am Mittwoch beim Besuch des Lufttransportgeschwaders 62 in Wunstorf. Dort wird in den nächsten Tagen das 25. Exemplar des A-400M in den Dienst gestellt. Zuvor habe Deutschland zusammen mit den am Projekt beteiligten europäischen Partnernationen "hart" mit der Industrie ringen und nachverhandeln müssen. Der Hersteller hatte jahrelang nicht in der versprochenen Zeit und Qualität liefern können. Die Bundeswehr hat 53 Flugzeuge vom Typ A-400M bestellt, der längst als "Pannenflieger" gilt, weil die Industrie Schwierigkeiten hat, die technischen Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Probleme mit dem Transportflugzeug "A-400 M" sind noch nicht ausgestanden

Trotzdem verteidigte die Ministerin das Projekt: "Wenn dieses Großtransportflugzeug mal seine Kinderkrankheiten überwunden hat, dann werden wir den modernsten Transportflieger der Welt hier haben." Der A-400M könne mittlerweile vieles von dem, was er können solle und sei fest bei Auslandseinsätzen eingeplant. Sie übte auch Selbstkritik: Das Projekt sei in einer Zeit gestartet worden, als am Militär bereits gespart wurde. Andererseits hätten die beteiligten Länder die Anforderungen an den Flieger mit nationalen Sonderwünschen überfrachtet. Was Zeitpläne und Kosten anbelange, sei an die Verträge "relativ blauäugig" herangegangen worden, das Projekt sei insgesamt "wenig durchdacht" gewesen. Mittlerweile ernte man die Früchte eines schmerzhaften Lernprozesses. Im Lufttransport könne sich Europa mit den Maschinen eigenständiger machen. Am Mittwoch kündigte die Ministerin an, neben Wunstorf in Niedersachsen auf dem bayerischen Fliegerhorst Lagerlechfeld bei Augsburg einen zweiten Stützpunkt für die A-400M-Maschinen errichten zu wollen. 170 Millionen Euro will die Bundeswehr dort investieren.

Die Probleme mit dem A-400M dürften die Bundeswehr noch eine ganze Zeit lang beschäftigen. Im jüngsten Rüstungsbericht heißt es: "Qualitätsmängel in der Konstruktion belasten die Einsatzbereitschaft." Nachrüstungen verzögern sich. Die Verträge mit Airbus sollen angepasst werden. Auch für Airbus ist das Projekt zur Belastung geworden. Der letzte für Deutschland vorgesehene A-400M soll erst 2026 an die Bundeswehr übergeben werden. Es geht um Schadenersatz, aber auch um neue Auslieferungstermine. Aber die Gespräche ziehen sich hin. Tobias Lindner, Verteidigungspolitiker der Grünen, sagte: "Es ist unerlässlich, dass das Ministerium und Airbus jetzt zügig zu einer Einigung kommen. Der Steuerzahler darf dabei am Ende nicht der Dumme sein." Airbus müsse den Schadenersatz, der durch die Verzögerungen entstanden sei, auch vollständig zahlen.