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Bundeswehr:Elite unter Verdacht

Das KSK steckt wegen rechter Umtriebe in einer schweren Krise.

Von Mike Szymanski

Der Druck auf Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die rechtsextremen Umtriebe in der Elitetruppe KSK abzustellen, steigt. Jetzt hat die neue Wehrbeauftragte Eva Högl ausgesprochen, was der Militärische Abschirmdienst, der es besser wissen sollte, nicht zu erkennen vermag: "Es gibt auch Strukturen und Netzwerke in der Bundeswehr, die rechtsextrem sind."

Der jüngste Fall: Ein Oberstabsfeldwebel hatte auf seinem Privatgrundstück ein Waffen- und Munitionsdepot angelegt, als wollte er in den Krieg ziehen. Unter den Soldaten des Kommando Spezialkräfte ist die Zahl der rechtsextremen Verdachtsfälle auffallend hoch. Der Kommandeur hat Alarm geschlagen - deutlichere Hilferufe kann es kaum geben: Das Kommando steckt in einer Krise, aus der es sich nicht mehr selbst befreien kann.

Hier ist die Ministerin gefragt: Kramp-Karrenbauer hat sich zum Ziel gesetzt, das Ansehen der Truppe zu heben. Soldaten wieder vor dem Reichstag Gelöbnisse ablegen zu lassen und sie in Uniform kostenlos Bahn fahren zu lassen, sind angenehme Seiten dieser Politik. Wichtiger ist es, sich darauf verlassen zu können, dass sich die Soldatinnen und Soldaten auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen. Beim KSK darf es keine Nachsicht geben, auch wenn das bedeuten würde, die Einheit neu aufzubauen.

© SZ vom 15.06.2020

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