Bundespolizei Umstrittene Aufnäher auf Uniform

Ein Bundespolizist, der im Einsatz bei einem Neonazi-Treffen im sächsischen Ostritz umstrittene Symbole auf seiner Uniform getragen hat, muss nun mit Konsequenzen rechnen. Wie die Bundespolizei am Montag auf Anfrage mitteilte, hat der Mann durch seine Montur gegen die Dienstvorschriften verstoßen. Danach dürfen an Uniformen keine privaten Aufnäher getragen werden, sofern keine extra beantragte Genehmigung erteilt worden ist. "Dies ist in diesem Fall nicht geschehen, und eine Genehmigung wäre auch nicht erteilt worden. Deshalb wird der Vorgang dienstrechtlich geprüft", teilte die Direktion Bundesbereitschaftspolizei in Fuldatal am Montag mit. Der Beamte hatte an seiner Uniform zwei Aufnäher getragen. Einer war ein sogenanntes Kreuzritter-Patch mit dem Leitspruch "recte faciendo neminem timeas" ("Tue recht und scheue niemand"), der auf den Ritter vom Elefanten-Orden, Gosche von Buchwaldt (1624-1700), zurückgeht. Darunter war ein Symbol der Spartaner mit dem Motto "Molon Labe" ("Komm und hol sie dir!") angebracht. Damit soll ausgedrückt werden, sich nicht kampflos zu ergeben. In den USA ist das Motto unter Befürwortern des Waffenbesitzes verbreitet. In einer ersten Mitteilung der sächsischen Polizei nach dem Einsatz hatte es zu den Aufnähern des Beamten nur geheißen: "Die Überprüfung ergab, dass diese Abzeichen strafrechtlich nicht relevant waren." Ein Sprecher des für die Bundespolizei zuständigen Bundesinnenministeriums betonte darüber hinaus, "dass wir uns davon distanzieren". Er sagte: "Unserer Ansicht nach haben solche Abzeichen nichts zu suchen an einer Uniform."