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Brandenburg:Viel Sinn für Pragmatik

In Potsdam sind SPD, CDU und Grüne auf einem guten Weg zur Koalition.

Seit knapp zwei Wochen verhandeln SPD, CDU und Grüne in Potsdam über ein Bündnis. Es klang recht großspurig, als Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schon zu Beginn vom "Brandenburger Modell" statt der "Kenia-Koalition" sprach. Vor allem, da die unterschiedlichen Partner eher gemeinsam müssen, als dass sie wollen. Doch sollte der konstruktive Geist, der derzeit bei den Verhandlungen herrscht, auch später die Zusammenarbeit bestimmen, dann kann diese Koalition tatsächlich zum Modell werden.

Denn die Zeit der Volksparteien scheint vorerst vorbei, die vergangenen Landtagswahlen haben gezeigt, wie die Zerklüftung der politischen Landschaft voranschreitet. Zum anderen müssen die angestammten Parteien Bündnisse jenseits der AfD schmieden. Das gilt insbesondere für die neuen Bundesländer, wo viele der rechten Funktionäre ganz offen mit Radikalen sympathisieren.

Doch genau mit dieser Begründung dürfen sich zukünftige Koalitionen nicht begnügen. Ihnen muss das Kunststück gelingen, ihrem Regieren einen eigenen Sinn zu geben, trotz aller Unterschiedlichkeit. Das verlangt Flexibilität, Kompromissbereitschaft und viel Sinn für das Pragmatische. In Potsdam scheinen die Verhandler auf einem guten Weg dahin zu sein.