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Baden-Württemberg:Win-win-win

Kommt die FDP in einer Ampel unter? Die AfD macht es vielleicht möglich. Grüne und SPD würden profitieren.

Von fern hört die FDP immer noch das Totenglöcklein bimmeln, aber aus dem Gröbsten scheinen die Freien Demokraten mittlerweile heraus zu sein. Nach den Wahlerfolgen in Hamburg und Bremen im vergangenen Jahr winkt ihr nun sogar ein Comeback als Regierungspartei in einem großen Bundesland: in Baden-Württemberg, ihrem Stammland, vielleicht sogar in einem wegweisenden Bündnis mit Grünen und SPD.

Das Erstarken der AfD wird nach der Wahl am 13. März in einem Fünf-Parteien-Parlament traditionelle Koalitions-Optionen nicht zulassen. Das Bündnis mit der CDU, von den Freien Demokraten angestrebt, wünscht sich ohnehin kaum jemand im Land zurück. Grüne und SPD haben der FDP nun Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Zaghaft, aber immerhin. Eine Ampel würde für alle drei Partner Sinn machen. Die Grünen könnten ihren Ministerpräsidenten behalten, die SPD sich in die Hoffnung retten, nach der Kretschmann-Ära den Regierungschef zu stellen. Und die konservativ gestrickte Südwest-FDP könnte sich programmatisch erneuern an der Seite von Grünen und Sozialdemokraten, die so wirtschaftsfreundlich-pragmatisch wie nirgendwo sonst in Deutschland sind. Diese Ampel wäre sozusagen eine Win-win-win-Situation. Der FDP böte sie eine Gelegenheit, die vom Bundesvorsitzenden Christian Lindner viel beschworene neue Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen.