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Aufenthaltsgenehmigung für US-Whistleblower:Russland gewährt Snowden großzügige Freiheiten

Edward Snowden auf einem der wenigen Fotos von ihm aus dem vergangenen Jahr.

(Foto: AFP)

Moskau bewilligt dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Aufenthalt bis zum Jahr 2017. Das teilte Snowdens Anwalt mit. Demnach darf der Flüchtling sich in Russland frei bewegen und das Land sogar verlassen.

  • Der US-Whistleblower Edward Snowden erhält eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung in Russland. Sie gilt rückwirkend vom 1. August 2014 an.
  • Snowden darf sich in Russland frei bewegen und das Land sogar für maximal drei Monate verlassen.
  • Nach insgesamt fünf Jahren Aufenthalt kann Snowden die russische Staatsbürgerschaft beantragen.

Anwalt verkündet umfangreiche Rechte für Snowden

Russland hat dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre erteilt. Sie gelte rückwirkend vom 1. August 2014 an. Das gab Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena in Moskau bekannt.

Snowden könne sich in Russland frei bewegen. Zudem dürfe er ins Ausland reisen - aber nicht länger als für drei Monate. "Er hat Arbeit und führt ein bescheidenes Leben", sagte Kutschera. Snowden lebe von seinem Gehalt und den Privatspenden, die auf seinem Konto eingingen. Der IT-Experte lerne die russische Sprache.

Russische Staatsbürgerschaft nach fünf Jahren Aufenthalt möglich

"Es war meine Idee, die Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen, denn das zeitweilige Asyl hätte eine alljährliche Verlängerung nötig gemacht", sagte Kutschera. Die Genehmigung könne erneut um drei Jahre verlängert werden. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter könne nach fünf Jahren Aufenthalt die russische Staatsbürgerschaft beantragen.

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Der 31-Jährige, der mit seinen Enthüllungen die Affäre um die Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA ausgelöst hatte, hatte im Juli eine Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung in Russland beantragt.

Bundesregierung lehnte Asyl für Snowden ab

Snowden hatte am 1. August 2013 für ein Jahr lang befristetes Asyl in dem Land erhalten. Zuvor steckte er seit dem 23. Juni 2013 auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo fest, nachdem die Vereinigten Staaten seinen Pass für ungültig erklärt hatten. Snowden hat in mehreren Staaten um Asyl gebeten, allerdings ohne Erfolg. Auch die Bundesregierung lehnte es trotz ihrer Empörung über die US-Überwachungsprogramme, die selbst vor dem Handy der Kanzlerin nicht Halt machten, ab, Snowden Zuflucht zu gewähren.

Die USA suchen Snowden per Haftbefehl. Sie werfen ihm Landesverrat wegen seiner Enthüllungen der Überwachungspraxis des US-Geheimdienstes NSA vor.

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