Audiobotschaft von IS:Al-Bagdadi soll am Leben sein

Islamic State leader Abu Bakr al-Baghdadi

Lebt er? Ist er tot? Oder verletzt? Seit Wochen gibt es fast täglich neue Gerüchte über Verbleib des IS-Führers Abu Bakr al-Baghdadi.

(Foto: dpa)
  • Rätselraten um IS-Führer al-Bagdadi: Neue Tonbandaufnahmen deuten darauf hin, dass er die US-Luftangriffe doch überlebt hat.
  • Die Audio-Botschaft beinhaltet auch Drohungen an den US-Verbündeten im Kampf gegen den IS, Saudi Arabien.
  • Außenpolitik-Reporter der BBC halten die Botschaft für echt.

Was al-Bagdadi in der vermeintlichen Botschaft sagt

Lebt Abu Bakr al-Bagdadi, der Führer des "Islamischen Staats" (IS), doch noch? Eine neu aufgetauchte Audio-Botschaft deutet darauf hin. Laut BBC wurde die Aufnahme über soziale Netzwerke verbreitet. Darin soll sich al-Baghdadi an seine Anhänger wenden und sie dazu auffordern, das Kämpfen nicht zu beenden - auch wenn nur ein Soldat übrigbleiben sollte. Sollte die Audio-Botschaft echt sein, ruft der IS-Führer seine Anhänger nun auch dazu auf, Saudi-Arabien zu attackieren, denn das Land sei "der Kopf der Schlange". Die Golfstaaten soll er als "heimtückisch" bezeichnen.

Außerdem werden weitere Eroberungszüge der IS-Miliz angekündigt: "Sie wird ihren Vormarsch nicht stoppen und ihn mit Allahs Segen weiter ausdehnen", heißt es - "bis sie Rom erreicht". An Andersgläubige ergeht die Drohung, dass der IS Nationen in einen blutigen Bodenkrieg verwickeln wird: "Bald werden Juden und Kreuzzügler dazu gezwungen sein, sich auf den Boden zu begeben und ihre Infanterie in den Tod und in die Zerstörung zu schicken."

Warum die Audio-Botschaft echt sein könnte

Ob es wirklich al-Bagdadi ist, der spricht, ist noch nicht eindeutig verifiziert. Jedoch sind BBC-Journalisten und -Korrespondenten der Meinung, dass die spezifische Ausdrucksweise und der Tonfall der Stimme auf den IS-Führer hindeuten.

In der 17-minütigen Botschaft werden die US-Luftangriffe der USA von letzter Woche zwar nicht erwähnt. Seit der Bombardierung mehrten sich die Gerüchte, al-Bagdadi sei getötet oder zumindest schwer verletzt worden. Die Stimme auf der Aufnahme spricht jedoch Entwicklungen an, die sich auf die Zeit nach dem Angriff beziehen, wie etwa die Entscheidung von Präsident Obama, weitere 1500 Truppen in den Irak zu entsenden, heißt es weiter bei der BBC.

Dies könnte daraufhin deuten, dass die Aufnahme tatsächlich erst kürzlich aufgezeichnet wurde und nicht etwa vor dem US-Luftschlag, bei dem al-Bagdadi mutmaßlich getötet oder verletzt wurde. Noch kurz vor Auftauchen der Audio-Botschaft waren Bilder in Umlauf, die angeblich die Leiche al-Bagdadis zeigen.

Wie der Kampf gegen den IS weitergeht

Das US-Militärkommando flog am vergangenen Wochenende Luftangriffe nahe der irakischen Stadt Mossul. Dabei sei ein Konvoi aus zehn gepanzerten Fahrzeugen zerstört worden. Der Angriff habe sich gegen ein "Treffen von IS-Anführern" gerichtet. Im Internet und in den Medien war daraufhin über die mögliche Tötung al-Baghadis spekuliert worden.

Der Kampf der USA und ihrer Verbündeten gegen den IS wird nach den Worten von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel lange andauern. Zwar gebe es nach drei Monaten andauernder Bombardierungen Erfolge. Doch "es wird ein langer und schwieriger Kampf werden", sagte Hagel bei einer Kongressanhörung in Washington. Die Milizen seien nach wie vor "ein ernste Gefahr für US-Interessen" und für die Region. Auch werde es Rückschläge geben. Hagel versicherte aber, es werde im Irak und in Syrien keine US-Kampftruppen geben. Vor allem der Kampf gegen die Milizen in Syrien verlange Geduld.

© Süddeutsche.de/dayk
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