Audi Lieber dreist als ehrlich

Die VW-Tochter hat sogar Zulassungspapiere frisiert.

Von Klaus Ott

Die Verfehlungen bei Audi wachsen sich zu einer immer noch größeren Affäre aus. Die Ingolstädter VW-Tochter hat nicht nur den Schadstoffausstoß Hunderttausender Diesel-Fahrzeuge manipuliert, sondern auch Zulassungspapiere für Südkorea. Audi-Beschäftigte frisierten Testprotokolle. Sogar falsche Fahrgestellnummern wurden eingetragen, um Behörden zu täuschen und Autos verkaufen zu können, die sonst keine Betriebserlaubnis erhalten hätten.

In mehreren Audi-Abteilungen waren während der Amtszeit von Vorstandschef Rupert Stadler alle Maßstäbe verrutscht. Wenn es ehrlich nicht ging, griff man zu dreisten, vielleicht sogar kriminellen Mitteln. Besonders heikel ist, dass Stadler diese Prüfergebnisse der eigenen Kontrolleure Aktionären und der Öffentlichkeit verschwiegen hat. Dasselbe hat auch die Konzernmutter VW getan. Dort waren nach Angaben von Audi die Erkenntnisse aus den internen Untersuchungen in Ingolstadt bekannt. Doch statt die Manipulationen bei Audi publik zu machen, nahm VW lieber in Kauf, in der Öffentlichkeit mit dem eigenen Namen für die in Südkorea bekannt gewordenen Vergehen zu haften.

Wer aber hat im Konzern seine schützende Hand über Audi und Stadler gehalten? Und, vor allem, warum? Diese Suche wird weitergehen, nicht nur bei der Justiz.