Attentat auf dänischen Journalisten Islamkritiker überlebt Mordanschlag unverletzt

Erneut ist es in Dänemark zu einem Mordanschlag auf einen bekannten Islamkritiker gekommen. In Kopenhagen schoss ein Unbekannter auf den Journalisten Lars Hedegaard. Der 70-Jährige blieb unverletzt - der Täter konnte entkommen.

Die Serie von Mordanschlägen gegen Islamkritiker in Dänemark reißt nicht ab. In Kopenhagen hat ein Unbekannter am Dienstag bei einem Handgemenge auf den islamkritischen Journalisten Lars Hedegaard geschossen. Hedegaard blieb unverletzt. Der Täter konnte entkommen. Die Polizei startete eine Großfahndung mit massivem Aufgebot an Einsatzkräften in der dänischen Hauptstadt.

Der ehemalige Linkssozialist Hedegaard ist Vorsitzender der dänischen "Gesellschaft für Pressefreiheit" und hat sich mit betont scharfen Äußerungen etwa über ein nach seiner Meinung im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung profiliert.

Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning Schmidt nannte den Anschlag auf den 70 Jahre alten Journalisten vor dessen Wohnung "abscheulich".

Hohe Strafen für Angriff auf "Jyllands-Posten"

Erst in der Vorwoche hatte das Kopenhagener Oberlandesgericht ein Urteil zu zwölf Jahren Haft gegen einen 31-Jährigen wegen Mordplänen gegen die Redaktion der Zeitung Jyllands-Posten bestätigt. Der Mann und drei bereits rechtskräftig verurteilte Männer waren rechtzeitig gestoppt worden, als sie schwer bewaffnet aus Schweden nach Kopenhagen kamen. Sie wollten als "Rache" für die umstrittenen Mohammed-Karikaturen von Jyllands-Posten möglichst viele Mitarbeiter töten.

Nach dem weltweiten Streit um die Mohammed-Karikaturen von "Jyllands-Posten" 2006 entging unter anderem der Zeichner Kurt Westergaard einem Mordanschlag in seinem Haus nur knapp. Der schwedische Künstler Lars Vilks, der eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt hatte, war zweimal Opfer von Anschlägen.