Fluchtbewegungen:Deutlich mehr Asylanträge in der EU

Flüchtlings-Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt

Asylsuchende in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Brandenburg.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Wegen der Krise in Belarus und der Taliban-Herrschaft in Afghanistan steigen die Flüchtlingszahlen: Der EU-Asylbehörde zufolge sind im August dieses Jahres 40 Prozent mehr Aufnahmeanträge gestellt worden als 2020.

Die Zahl der Asylbewerber in Europa hat der EU-Asylbehörde zufolge deutlich zugenommen. Gründe seien ein Höchststand bei afghanischen Asylsuchenden sowie über Belarus nach Osteuropa geschleuste Flüchtlinge, sagte Nina Gregori, die Direktorin der Behörde, der Funke Mediengruppe. Im August 2021 seien etwa 40 Prozent mehr Asylanträge gestellt worden als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

"Wir sind in Europa damit fast auf dem Niveau der Zeit vor Corona, was die Asylantragszahlen betrifft." Allein Menschen aus Afghanistan hätten seit August in der EU etwa 10 000 Asylanträge gestellt. Ein Teil von ihnen sei über die Kabuler Luftbrücke gekommen.

Aus den Zahlen der EU-Asylbehörde ergibt sich, dass Deutschland das Land in der EU ist, in dem bezogen auf die ersten drei Quartale die meisten Menschen Schutz gesucht haben. In keinem anderen EU-Land wurden seit Jahresanfang bis Ende September so viele Asylanträge gestellt, nämlich 100 278. Das zweitwichtigste Land für Schutzsuchende ist dem Bericht zufolge Frankreich (etwa 54 000 Anträge), gefolgt von Spanien (knapp 42 000 Anträge) und Italien (knapp 38 000 Anträge).

Die Zahl der Asyl-Erstanträge in Deutschland überschreitet damit im neunten Jahr hintereinander die 100 000er-Marke. Während der Corona-Pandemie waren deutlich weniger Flüchtlinge und Migranten in die Bundesrepublik gekommen. Im vergangenen Jahr haben etwa 102 500 Menschen einen Erstantrag gestellt, darunter waren 26 500 Anträge von Kindern, die bereits in Deutschland geboren wurden.

Gregori sagte den Funke-Zeitungen, in diesem Jahr seien die Anrainerstaaten von Belarus einer der Hotspots der Migration, vor allem in Lettland und Litauen. Die Situation dort sei sehr ernst. Litauen registriere normalerweise insgesamt 500 Asylanträge pro Jahr, seit Beginn dieses Sommers seien es mehr als 2500 alleine aus Belarus gewesen. Die EU müsse die Aufmerksamkeit auf die Hilfe für die osteuropäischen Staaten lenken, um sie künftig bei Asylfragen besser zu unterstützen.

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