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Neujahrswünsche:Tschechiens Präsident wünscht Landsleuten ein "gefährliches Leben"

Wollte nicht unoriginell sein: Tschechiens Präsident Milos Zeman.

(Foto: AP)

"Gesundheit, Glück und ein langes Leben" sei ihm zu unoriginell. Deshalb wünscht Milos Zeman seinen Mitbürgern in seiner Ansprache zum Jahreswechsel ein Leben voller Risiken und Kämpfe.

Der tschechische Präsident Milos Zeman wünscht den Menschen in seinem Land zum Jahreswechsel "ein gefährliches Leben, ein Leben voller Risiken und Kämpfe". Nur traditionsgemäß "Gesundheit, Glück und ein langes Leben zu wünschen, wäre zu unoriginell und eine reine Phrase", begründete das Staatsoberhaupt am Sonntag in einem Gespräch mit dem Radiosender Frekvence 1 den Neujahrswunsch.

Natürlich wünsche er den Menschen Siege und Erfolge, sagte Zeman. "Aber wenn Sie keine Kämpfe ausfechten, können Sie auch nicht gewinnen und erfolgreich sein", erklärte der Präsident, der immer wieder mit kontroversen Äußerungen und Handlungen für Zündstoff in der tschechischen Politik sorgt.

So erregte Zeman etwa im vergangenen Jahr Aufsehen, als er seine Teilnahme an der Siegesfeier in Moskau zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes ankündigte - anders als die allermeisten westlichen Politiker, die wegen des schwelenden Ukraine-Konflikts der Veranstaltung auf dem Roten Platz fernblieben. Erst spät - auf Druck der tschechischen Regierung und nach einem heftigen Streit mit dem US-Botschafter in Prag, Andrew Schapiro - lenkte Zeman ein und sagte seine Teilnahme ab. Sein Streit mit dem amerikanischen Diplomaten handelte ihm dabei auch eine heftige Rüge des Prager Regierungschef Sobotka ein. Dieser wünschte sich von Zeman ein "professionelleres Vorgehen".

In seiner offiziellen Weihnachtsansprache wenige Tage vor dem Radio-Interview hatte Zeman die wirtschaftliche Entwicklung in seinem Land gewürdigt und vor islamischem Terrorismus gewarnt. Der Präsident sagte, es bestehe kein Zweifel, dass zwischen dem Zuzug von Migranten und den Anschlägen in Europa ein Zusammenhang bestehe. Quoten zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU lehne er ebenso wie freiwillige Aufnahme-Verpflichtungen entschieden ab.