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Altbundespräsident:Roman Herzog ist tot

Der CDU-Politiker war von 1994 bis 1999 Bundespräsident und forderte die Deutschen zu mehr Reformbereitschaft auf. Jetzt ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Altbundespräsident Roman Herzog ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren, bestätigte das Bundespräsidialamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Berlin. Herzog war von 1994 bis 1999 Bundespräsident. Als solcher hielt er 1997 seine berühmt gewordene und oft zitierte "Ruck-Rede" in Berlin, in der er die mangelnde Reformbereitschaft im Land mit den Worten kritisierte: "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen." Knapp zehn Jahre später fehlte ihm dieser Ruck offenbar noch immer, denn in einem Interview sagte er der Bild-Zeitung: "Das Volk bewegt sich nicht." Es gebe zwar eine gewisse Bereitschaft zu Reformen, "aber es bräuchte politische Führung, echtes Charisma, um sie zu mobilisieren".

Als Staatsoberhaupt führte Herzog zudem den Gedenktag für die Opfer des Holocaust am 27. Januar ein.

Herzog stammt aus Landshut und machte zunächst als Professor an der Freien Universität Berlin Karriere, bevor er in die CDU eintrat und erst Kultus- und dann Innenminister von Baden-Württemberg wurde. Als Jurist war er von 1983 bis 1994 Richter am Bundesverfassungsgericht, sieben Jahre davon auch Präsident des Gerichts.

Neben seinen vielseitigen politischen Aktivitäten engagierte sich der Protestant auch für seinen christlichen Glauben. Zwischen 1973 und 1991 gehörte Herzog der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an, von 1978 bis 1983 stand er dem Evangelischen Arbeitskreis von CDU und CSU vor.

Herzog lebte zuletzt auf der Götzenburg in Jagsthausen bei Heilbronn, wo seine zweite Frau Alexandra Freifrau von Berlichingen zu Hause ist. Christiane Herzog, mit der Herzog zwei Söhne hat und die sich nicht nur während der Amtszeit ihres Mannes im sozialen Bereich engagierte, war im Juni 2000 gestorben.

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Ihre Gedanken zum Tod von Roman Herzog

Altbundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Joachim Gauck würdigt seinen Vorgänger als "markante Persönlichkeit, die das Selbstverständnis Deutschlands und das Miteinander in unserer Gesellschaft geprägt und gestaltet hat".