Aktuelles Lexikon:St.-Georgs-Orden

In Dresden gibt es großen Ärger wegen eines Preisträgers.

Von Martin Langeder

Die Reihe der Preisträger liest sich wie ein Who's who aus Politik (Sigmar Gabriel, Jean-Claude Juncker), Sport (Miroslav Klose, Matthias Steiner), Showbiz (Thomas Gottschalk, Joachim Fuchsberger) und Wirtschaft (Carsten Spohr, Martin Winterkorn). Seit 2006 wird der Dresdner St.-Georgs-Orden am Semperopernball an diejenigen verliehen, die sich wie der heilige Georg für das Gute in der Welt einsetzen. Nur wenige Frauen finden sich unter den mittlerweile mehr als 60 Geehrten, Helene Fischer etwa, Uschi Glas oder Königin Silvia von Schweden. In diesem Jahr hat die Verleihung, ähnlich wie 2009 an Wladimir Putin, wütenden Protest ausgelöst. Die Wahl des Preisträgers Abdel Fattah al-Sisi wurde als Provokation empfunden. Der Präsident Ägyptens führt als autoritärer Herrscher sein Land mit harter Hand. Sponsoren, Teilnehmer und Moderatoren des Balls distanzierten sich. Am Samstag hat auch die eingesprungene Ersatzmoderatorin Mareile Höppner abgesagt. Der Imageschaden ist enorm. Der Veranstalter hat sich nun entschuldigt und sich ebenfalls von der Verleihung distanziert. Ob al-Sisi daraufhin den Orden freiwillig zurückgibt, ist indes fraglich. Der Orden, besetzt mit Rubinen und Brillanten, zeigt den heiligen Georg auf einem Pferd - seit jeher ein Symbol des Sieges des Guten über das Böse.

© SZ vom 03.02.2020
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