Afrika Wandel durch Handel

Warum das nun vereinbarte Freihandelsabkommen eine große Hoffnung für den Kontinent ist.

Von Bernd Dörries

Schaut man auf eine Karte der weltweiten Handelsströme, dann sieht es in Afrika immer noch so aus, als sei die Kolonialzeit nie zu Ende gegangen. Nicht einmal ein Fünftel der Exporte geht in andere afrikanische Länder. Öl, Gold, Diamanten und viele wertvolle Rohstoffe haben Europa, Amerika und Asien als Ziel. Wie in der Kolonialzeit wird dort das große Geschäft gemacht, wird aus Kakao Schokolade und aus Rohöl Benzin. In Nigeria ist es einfacher, Waren zu den ehemaligen Kolonialherren nach Großbritannien zu schicken als ins Nachbarland Benin.

Das muss man aber nicht nur Europa, Amerika und Asien zum Vorwurf machen. Afrika hat sich zu lange zu billig verkauft. Die korrupten Regime haben ihre Rohstoffe verschleudert, haben zu wenig Anstrengungen unternommen, sie selbst zu veredeln. Wirtschaftspolitik besteht zu oft darin, seiner Clique das größte Stück vom Kuchen zu sichern, aber eher selten darin, den Kuchen größer zu machen.

Deshalb ist das nun vereinbarte afrikanische Freihandelsabkommen ein großer Fortschritt. Während sich weite Teile der Welt derzeit eher abschotten, vollzieht Afrika die größte internationale Zollunion. Die Überbevölkerung hat dem Kontinent bisher nur Nachteile gebracht. Die Zollunion versucht zumindest, die 1,2 Milliarden Menschen als Markt voller Chancen zu sehen.