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Afghanistan-Konferenz geplant:USA wollen Iran einladen

Um über die neue Strategie für Afghanistan zu sprechen, will die US-Außenministerin eine Konferenz einberufen - auf der Gästeliste steht auch Teheran.

Die US-Regierung will den Iran zu einer internationalen Afghanistan-Konferenz einladen. US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte in Brüssel beim Nato-Außenministertreffen, als Nachbarland von Afghanistan werde die Islamische Republik ebenso wie Pakistan zu dem Treffen geladen.

US-Außenministerin Hillary Clinton: "Wir hoffen, dass dieses Treffen eine Gelegenheit bieten kann, um sich auf gemeinsame Prinzipien zu einigen."

(Foto: Foto: AP)

Das Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan sei das Zentrum des Extremismus in der Region. Deshalb müssten beide Länder zusammenarbeiten.

"Wir hoffen, dass dieses Treffen eine Gelegenheit bieten kann, um sich auf gemeinsame Prinzipien zu einigen", sagte Clinton. Über die Konferenz hatte Clinton in der vergangenen Woche in Washington bereits mit den Außenministern Afghanistans und Pakistans gesprochen. Die US-Regierung will Ende des Monats, kurz vor dem Nato-Gipfel, ihre neue Strategie zu Afghanistan vorstellen.

Die Konferenz könnte von der US-Regierung als Bühne genutzt werden, um ihre neue Strategie zu präsentieren, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Als Termin sei Ende März, Anfang April im Gespräch, als Konferenzort Den Haag. Doch solle das Treffen keine Nato-Konferenz sein, sondern alle 41 in Afghanistan engagierten Länder und dessen Nachbarn einbeziehen. In der Diskussion ist, dass auch die Vereinten Nationen zu den Veranstaltern der Konferenz gehören könnten.

Clinton erklärte, die Grenze Afghanistans zu Pakistan sei das Hauptquartier der Terroristen, die die Anschläge vom 11. September auf in New York und Washington sowie später in Madrid und London zu verantworten hätten. Auch das tödliche Attentat auf die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto und der jüngste Überfall in Bombay gehe auf deren Konto. "Sie planen solche Anschläge gerade jetzt", warnte sie beim ersten Treffen mit den Amtskollegen der Nato-Länder.

Im Rahmen der Isaf-Mission haben die 26 Nato-Länder und 15 weitere Verbündete gut 56.000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz, davon etwa 3700 Deutsche. Doch auch sieben Jahre nach dem von den USA angeführten Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban liefert sich die Allianz schwere Gefechte mit den Aufständischen.

Die US-Außenministerin rief die Nato-Verbündeten auf, ihr militärisches Engagement in Afghanistan zu verstärken. Die amerikanische Regierung hat bereits die Entsendung von 17.000 Soldaten zusätzlich beschlossen, unter anderem um die Sicherheit bei der Präsidentenwahl in Afghanistan im August zu gewährleisten. "Alle haben die Notwendigkeit verstärkter Ressourcen und Manpower anerkannt", sagte Clinton.

© Reuters/gba

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