AfD:Dauergäste im Kreml

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Der Bundestag war entsetzt, doch das stört die AfD keineswegs: Nach dem umstrittenen Besuch von Co-Chef Chrupalla bei Russlands Außenminister Lawrow plant die Partei weitere Trips nach Moskau.

Von Markus Balser

Der umstrittene Besuch von Teilen der AfD-Spitze in Moskau soll nur der Anfang gewesen sein. Für das kommende Jahr seien weitere Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow geplant, sagte AfD-Co-Parteichef Tino Chrupalla am Dienstag in Berlin. Dies habe Lawrow bereits angekündigt. "Es wird weitere Gespräche geben. Darauf freuen wir uns auch", sagte Chrupalla. Zusammen mit dem außenpolitischen Sprecher der Fraktion, Armin-Paul Hampel, war er vergangene Woche nach Moskau gereist, um Lawrow zu treffen. Die Reise inmitten massiver Spannungen zwischen Berlin und Moskau etwa im Fall Nawalny hatte Entsetzen im Bundestag ausgelöst. Die AfD hatte sich in wichtigen Streitfragen auf die Seite Moskaus gestellt. Die Annahme der Regierung, der Kreml habe den Anschlag gegen Nawalny zu verantworten, nannte Hampel "absurd" und eine "Revolvergeschichte". Dass die Treffen im Jahr der Bundestagswahl weitergehen sollten, dürfte weiteren Wirbel auslösen.

Die AfD gab am Dienstag zudem mehrere aktive Corona-Fälle in den eigenen Reihen bekannt. Laut dem Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sind von den 89 AfD-Abgeordneten derzeit vier nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Chrupalla schloss einen Zusammenhang mit dem Bundesparteitag in Kalkar Ende November aus, den die AfD als Präsenzveranstaltung abgehalten hatte. Chrupalla, der im Kreis Görlitz lebt, sagte, er werde sich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten auch nicht vorschreiben lassen, "wie ich Weihnachten zu feiern habe". Seine Kinder freuten sich auf ein Weihnachtsfest wie in jedem Jahr. Görlitz gilt als Corona-Hotspot.

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