Ägypten Justiz friert Vermögen führender Muslimbrüder ein

Die Übergangsregierung in Ägypten geht weiterhin hart gegen die Muslimbruderschaft vor. Nun wurden die Vermögen führender Köpfe der islamistischen Organisation eingefroren. Die Betroffenen sitzen wegen Anstachelung zur Gewalt im Gefängnis.

Die ägyptische Justiz lässt das Vermögen führender Muslimbrüder einfrieren. Ein Gericht in der Hauptstadt Kairo folgte am Dienstag einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft, wie die Justizbehörden mitteilten. Betroffen sind 14 Islamisten, unter ihnen das inhaftierte Oberhaupt der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie, sowie seine beiden Stellvertreter Chairat al-Schater und Raschad al-Bajumi, die ebenfalls im Gefängnis sitzen.

Die Sperre gilt auch für die ranghohen Funktionäre der Bewegung, Mohammed al-Beltagi, Saad al-Katatni, Essam al-Arian und für den ehemaligen salafistischen Präsidentschaftskandidaten Hasim Abu Ismail. Letzterer ist ebenfalls inhaftiert, gehört aber nicht der Muslimbruderschaft an.

Nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär am 3. Juni kamen zahlreiche Islamisten, die vormals an der Macht waren, in Haft. Ihnen wird unter anderem die Anstachelung zur Gewalt vorgeworfen.

Die von der Armee nach Mursis Sturz eingesetzte Übergangsregierung geht mit großer Härte gegen die Muslimbrüder und ihre Verbündeten vor. Ausgenommen von der Repression ist die salafistische Al-Nur-Partei, die sich bereit erklärt hatten, an der Gestaltung der Übergangsperiode mitzuwirken

Am 14. August hatten Armee und Polizei in Kairo zwei Lager Tausender Islamisten zerstört, die sich für die Rückkehr des demokratisch gewählten Mursi in das Präsidentenamt einsetzten. Bei der gewaltsamen Räumung und bei der Gewalt in der darauffolgenden Woche wurden mehr als tausend Menschen getötet, die meisten von ihnen Mursi-Unterstützer. Mehr als 2000 Mitglieder der Muslimbrüder wurden festgenommen.