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Ägypten:Hosni Mubarak gestorben

Hosni Mubarak ist klinisch tot

Hosni Mubarak wurde 91 Jahre alt.

(Foto: Philippe Bouchon/AFP)
  • Hosni Mubarak stand länger an der Spitze als jeder andere Präsident Ägyptens, bis ihn Massenproteste 2011 aus dem Amt zwangen.
  • Im Alter von 91 Jahren ist er nun in Kairo gestorben.

Ägyptens früherer Langzeitmachthaber Hosni Mubarak ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren, wie das staatliche ägyptische Fernsehen am Dienstag berichtete. Mubarak stand fast 30 Jahre an der Spitze des bevölkerungsreichsten Landes der arabischen Welt. Die Welt schaute auf sein Land, als Massenproteste Husni Mubarak im Jahr 2011 schließlich aus dem Amt zwangen.

Mubarak war im Mai 1928 in Musaliha am Nil als Sohn eines Beamten zur Welt gekommen, als junger Mann trat er in die Militärakademie ein, dann in die Luftwaffenakademie. Unter Gamal Abdel Nasser, der König Farouk 1952 stürzte und 1956 Ägyptens Präsident wurde, machte Mubarak Karriere und stieg bis zum stellvertretenden Minister für militärische Angelegenheiten auf. Präsident Anwar al-Sadat ernannte Mubarak 1975 zum Vizepräsidenten. Als ein islamistischer Fundamentalist 1981 ein tödliches Attentat auf Sadat verübte, saß Mubarak neben dem Präsidenten und wurde leicht verletzt.

Mubarak übernahm danach das Amt des Staats- und Regierungschefs. Nach seinem Amtsantritt wurde er vor allem durch seine Vermittlungsbemühungen im Nahost-Konflikt und das Festhalten am Friedensvertrag mit Israel zu einem wichtigen Partner des Westens. Daran änderten auch Menschenrechtsverletzungen und geschobene Wahlen des autoritären Herrschers nichts. Mubarak ging mit harter Hand gegen islamistische Extremisten in Ägypten vor. Viele angebliche Radikale aus den Vierteln der Unterschichten wurden festgenommen und weggesperrt. Gerade dadurch gewann die islamistische Organisation der Muslimbruderschaft zunehmend an Einfluss.

Die autoritäre Herrschaft und fehlende Mitspracherechte, aber auch grassierende Korruption, die darbende Wirtschaft und schleppende Reformen erregten Unmut in der Bevölkerung. Vor allem junge Menschen wandten sich während der arabischen Aufstände 2011 immer mehr gegen Mubarak. Nach turbulenten 18 Tagen, in denen die Welt auf die Jugend Ägyptens und die Massenproteste am Tahrir-Platz schaute, musste er sein Amt aufgeben.

Nach ihm wurde 2012 der Islamist und Muslimbruder Mohammed Mursi gewählt, aber nach Massenprotesten 2013 vom Militär gestürzt. Seit 2014 regiert der autoritäre Armeechef Abdel Fattah al-Sisi das Land, das sich in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Repressionen gegen Oppositionelle und die Medien werden als härter empfunden als unter Mubarak.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Mubarak zu großen Teilen in einem Militärkrankenhaus in Kairo. Gegen ihn liefen mehrere Prozesse, in denen er teilweise zu Haftstrafen verurteilt wurde - wegen Korruption. Im März 2017 sprach das oberste Gericht Ägyptens den Ex-Staatschef von dem Vorwurf frei, Mitschuld am Tod von mehr als 800 Demonstranten während der Aufstände gehabt zu haben und ließ ihn frei.

© SZ.de/dpa/jsa/mcs

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