"Volksverräter Willy Brandt" - wütend reagieren Vertriebenenverbände auf Brandts Zugeständnis, die Oder-Neiße-Linie als unverändliche Grenze zu Polen anzuerkennen. Der Aussöhnung mit dem Nachbarland folgen Demonstrationen auf Deutschlands Straßen. Slogans wie "Brandt an die Wand" werden gerufen, das Image des "Verzichtspolitikers" Brandt erleidet die ersten Kratzer. Bis zu acht Millionen Menschen, so der Bund der Vertriebenen, waren bis 1950 nach Westdeutschland gekommen. Die konservativen Parteien fühlen sich als ihre Vertreter, so dass der Streit um die Ostpolitik auch im Bundestag ausgefochten wird. Das Symbolbild des siebziger Jahre allerdings prägte Brandt bei seinem Besuch in Warschau.

Foto: AP

6. April 2009, 16:002009-04-06 16:00:00 ©