BRD

Berlin
:Warum so arm, warum so unsexy?

Der Historiker Stefan Wolle schreibt eine Zeitgeschichte Berlins, erkenntnisreich ist das gerade für Wessis jüngerer Jahrgänge. Doch er hat Schwierigkeiten, des ewig gegenwärtigen Charakters der Hauptstadt Herr zu werden.

SZ PlusRezension von Meredith Haaf

Einstiger Todesstreifen
:Warum das „Grüne Band“ so wichtig für den Naturschutz ist

Dort, wo einst die streng gesicherte innerdeutsche Grenze verlief, leben und gedeihen heute seltene Tier- und Pflanzenarten. Kommt bald die Unesco-Auszeichnung?

Heidenreichs Fundstücke: Notizen aus meinem Leben
:Und an den Bahnhöfen zu viele junge Männer mit Glatzen

Wie fühlte es sich als Westdeutsche an, nach dem Mauerfall durch die ehemalige DDR zu reisen? Über Dankbarkeit, Melancholie – und kalte gebrannte Mandeln, die mal warm waren.

SZ PlusVon Elke Heidenreich

Biografie über Hans Schwerte
:Der SS-Offizier, der Uni-Rektor in Aachen wurde

Das Doppelleben von Hans Ernst Schneider, der nach dem Krieg als Hans Schwerte zum liberalen Germanisten mutiert war und erst 1995 aufflog, verrät einiges über den Umgang der Deutschen mit der NS-Zeit.

SZ PlusRezension von Knud von Harbou

Erinnerungen von Elisabeth Schwarzhaupt
:„Dieser erste weibliche Minister“

Elisabeth Schwarzhaupt war 1961 die erste bundesdeutsche Ministerin. Wie sich die CDU-Politikerin gegen Adenauer und die anderen Herrn durchsetzte, schrieb sie in einem „Lebensbericht“ nieder.

SZ PlusRezension von René Schlott

Bachmann-Preis
:Keine Party vor dem Untergang

Genau an Ingeborg Bachmanns 100. Geburtstag beginnt das Wettlesen in ihrem Namen jetzt zum 50. Mal. Der Literaturbetrieb erscheint in Klagenfurt und feiert sich – dabei ist die Stimmung der Branche gar nicht so sonnig.

SZ PlusVon Marie Schmidt

Literatur
:Zu frei und zu klug für ihre Zeit

Ingeborg Bachmann war die Vorgängerin der Heterofatalistinnen von heute. Zu ihrem 100. Geburtstag kann man wieder viel über ihre Leiden lesen. Oder man fängt mit ihren unsterblichen Werken von vorne an.

SZ PlusVon Marie Schmidt

MeinungPrantls Blick
:Wahrheit? Welche Wahrheit?

Warum der Vorwurf der „Lügenpresse“ falsch ist. Und warum es trotzdem idiotisch ist, die Kritiker pauschal für Idioten zu erklären.

SZ PlusVon Heribert Prantl

Bundesverfassungsgericht
:Wie NS-Verfolgte und Nazi-Unterstützer gemeinsam den Rechtsstaat aufbauten

Das Bundesverfassungsgericht galt lange Zeit als eine vom NS-Unrecht nahezu unbelastete Institution. Mit der historischen Studie von Frieder Günther und Eva Balz bekommt dieses Bild nun einige Flecken.

SZ PlusRezension von Wolfgang Janisch

Biografie über Hildegard Hamm-Brücher
:Die aufrechte Liberale

Anwältin des politischen Anstands, Kämpferin für die Demokratie. Petra Webers Biografie über Hildegard Hamm-Brücher erinnert an eine der wichtigsten Politikerinnen der Republik und vor allem daran, wie sehr eine wie sie heute fehlt.

SZ PlusRezension von Tanjev Schultz

Rechtsextreme Weltanschauung nach 1945
:Alte Nazis im neuen Gewand

Dass extrem rechte Diskurse in die Mitte der Gesellschaft drängen, ist keineswegs neu. Niklas Krawinkel erzählt von Erfolgen und Misserfolgen völkisch-radikaler Netzwerke in der jungen Bundesrepublik. Seine Erkenntnis: Staat und Zivilgesellschaft waren und sind nicht machtlos.

SZ PlusRezension von Werner Bührer

MeinungSozialpolitik
:Das Schicksal kann so gemein sein

Zum „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ an diesem Freitag: Manche Menschen hat es hart getroffen. Aufgabe einer demokratischen Gesellschaft ist es, ihnen immer zu versichern, dass sie dazugehören.

SZ PlusKolumne von Heribert Prantl

Buch zur „Wiedergutmachung“ für NS-Verbrechen
:Versöhnung verpflichtet

Was denken NS-Opfer über die Entschädigungsleistungen aus Deutschland? Darüber war bisher wenig bekannt. Die Interviews zeigen: Vergebung ist möglich, aber dabei geht es um viel mehr als nur Geld.

SZ PlusRezension von Robert Probst

Kriegskinder aus verbotenen Beziehungen
:Stigma und verzagtes Schweigen

Die Schicksale „unerwünschter“ Kriegskinder wurden in Deutschland lange verdrängt. Erst spät sprechen nun endlich viele über ihr Leben und ihre Traumata. Ein Buch und ein Ausstellungskatalog geben ihnen eine Stimme.

SZ PlusRezension von Ludger Heid

MeinungPrantls Blick
:Ein Mann, wie ihn die SPD heute so bitter bräuchte

Hans-Jochen Vogel zum hundertsten Geburtstag: Er konnte dicke und dünne Bretter bohren – mit Leidenschaft, Augenmaß und souveräner Pingeligkeit.

SZ PlusVon Heribert Prantl

Literatur
:Der weise Mann von Montagnola

Am Ende seines Lebens schrieb Hermann Hesse keine Romane mehr, sondern nur noch Briefe. In denen jedoch entfaltet sich ein ganzes Epochenbild.

SZ PlusVon Hilmar Klute

MeinungDebatte
:Deutsche, lernt von Amerika

Eine Abordnung Berliner Progressiver schwadronierte neulich in Zürich von Cancel-Culture in der BRD. Lernen könnten sie von den Intellektuellen in den USA: Hier wird nicht gejammert in Wutbehaglichkeit, hier geht es ums Überleben.

SZ PlusVon Hilmar Klute

Das Politische Buch 2025
:Die wichtigsten Bücher des Jahres

Die Top 20 der Redaktion „Das Politische Buch“ zeigen, welche Analysen zu aktuellen Konflikten 2025 aus der Masse hervorstachen – und welche zeithistorischen Werke essenzielle Erkenntnisse brachten.

SZ PlusVon Robert Probst

Bildband über NRW
:Ein neues Land an Rhein und Ruhr

Ein eindrucksvoller Bildband zeigt, wie die Menschen im neu gegründeten Nordrhein-Westfalen anpackten für eine bessere Zukunft.

Rezension von Robert Probst

Politische Bildung in Deutschland seit 1945
:Die Tücken beim Demokratielernen

Tim Schanetzky analysiert, wie die Gesellschaft seit 1945 politisch um den richtigen Grundsatzkurs stritt und welche gravierenden Lücken es dabei gab. Und warum Attacken auf politische Bildung nichts Neues sind.

Rezension von Isabell Trommer

Buch über die „blockierte Republik“
:Wie schaffen wir es aus der Krise?

„Wir können uns mehr zumuten, wenn wir nur wollen“, schreibt der Historiker Frank Trentmann mit Blick auf die zahllosen aktuellen Krisen und die Erfolge der alten BRD. Aber kann der Blick zurück überhaupt helfen auf dem Weg in die Zukunft?

SZ PlusRezension von Eckart Conze

Aufstieg und Fall der Deutschland AG
:Das Netzwerk der Entscheider

Wie dachten und handelten die Patriarchen der deutschen Wertarbeit? Konstantin Richter hat eine Geschichte der deutschen Wirtschaftsbosse seit dem Kaiserreich vorgelegt – ein spannend erzähltes und vor allem unterhaltsames Meisterwerk.

SZ PlusRezension von Daniel Siemens

Stadt Nürnberg gegen die AfD
:Streit um die Neutralitätspflicht von Kommunen könnte vor dem Verfassungsgericht landen

Nach einer Klage der AfD muss die Stadt Nürnberg aus der „Allianz gegen Rechtsextremismus“ austreten. Doch werden durch das Urteil womöglich die Grundrechte dieses Vereins verletzt?

Von Max Weinhold Hernandez

150. Geburtstag von Konrad Adenauer
:Der autoritäre Demokrat

Gleich drei neue Bücher beleuchten das Leben des ersten Kanzlers der Bundesrepublik – und sie ergänzen einander wegen unterschiedlicher Schwerpunkte auf ideale Weise. Konrad Adenauer wies den Deutschen den Weg nach Westen.

SZ PlusRezension von Florian Keisinger

Anom-Kryptohandys
:Heimlich, aber korrekt

Das Bundesverfassungsgericht billigt die Nutzung von Daten aus einer beispiellosen Überwachungsaktion mithilfe des FBI. So haben Ermittler Hunderte Geldwäscher und Drogenhändler vor Gericht gebracht.

SZ PlusVon Wolfgang Janisch

Psychische Gesundheit
:Studie: „Wendekinder“ sind auf Jahrzehnte psychisch belastet

Für junge Menschen im Osten war das Ende der DDR ein erheblicher Einschnitt. Die psychischen Folgen aber wurden kaum erforscht. Nun zeigt eine Studie, wie groß diese offenbar sind – und wie lange sie anhalten.

SZ PlusVon Christina Berndt

Die Welt 2035 – Wohin führt uns die KI?
:„Wir werden alle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner heruntergebrochen“

Big Tech im Bund mit politischer Macht. Jobs, die nur noch öde sind, weil die KI das Denken übernimmt. Eine EU, die ihre Bürger nicht vor Überwachung schützt. Ist das die Zukunft mit künstlicher Intelligenz? Die Philosophin Annette Zimmermann blickt voraus.

SZ PlusInterview: Nicolas Freund

Jahrestag des 13. August 1961
:Gedenken an die Mauertoten

Zum 64. Jahrestag des Mauerbaus erinnern die SED-Opferbeauftragte und Berlins Regierender Bürgermeister daran, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind.

Historische Alleingänge
:Die Coups der Kanzler

Viel wird derzeit über den „Alleingang“ von Friedrich Merz beim Thema Israel geredet. Einsame Entscheidungen haben aber schon viele Kanzler getroffen und eine Kanzlerin auch. Nicht immer waren Sachargumente ausschlaggebend.

SZ PlusVon Robert Probst

Re-Education nach 1945
:Wie die USA Deutschland vom Faschismus heilen wollten

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten US-Wissenschaftler Programme zur Demokratieerziehung für die Deutschen. Was dabei klappte und warum vieles davon schiefging, erklärt der Sozialpsychologe Oliver König.

SZ PlusRezension von Stefan Kühl

Grundrechte
:Ist Palantir eine Gefahr für Deutschland?

Eine Software mit künstlicher Intelligenz aus den USA könnte zu einem der wichtigsten Arbeitsmittel der deutschen Polizei werden. Experten warnen: Die Republik schlägt damit einen riskanten Weg ein.

SZ PlusVon Ronen Steinke

Verfassungsbeschwerde gegen Regeln für Palantir-Software
:„Bayern ist nicht Gotham City“

Innenminister Joachim Herrmann sieht in der Analyse-Plattform „einen Quantensprung in der kriminalistischen Arbeit“. Die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ klagt gegen die Regeln für ihren Einsatz – denn die Anwendung verletze Grundrechte, Unbeteiligte könnten ins Visier geraten.

Von Johann Osel

Aktuelles Lexikon
:Was ist Palantir?

Eine Software, die nach den sehenden Steinen der Elben Tolkiens benannt ist. Für einige der Inbegriff für Grundrechtsverletzung durch Datenanalyse.

Von Torben Kassler

Bundestag
:Eine CDU-Politikerin steht vor ihrer schwierigsten Mission – und freut sich darauf

Die Abgeordnete Franziska Hoppermann soll die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Politik leiten. Und sie will dabei den Blick auf die Pandemie-Bekämpfung weiten.

SZ PlusVon Christina Berndt

Justiz
:Wenn Klagen nur einschüchtern sollen

Immer wieder versuchen Unternehmen oder politische Gruppen, Kritiker durch kostspielige Verfahren mundtot zu machen. Justizministerin Hubig will solchen Missbrauch von Rechtsmitteln erschweren.

Von Ronen Steinke

Überlebende NS-Opfer in der frühen BRD
:Bittsteller nach der Befreiung

NS-Opfer waren gleich nach Kriegsende in Deutschland „unerwünscht“, schreibt die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum in ihrer eindrucksvollen Studie. Weder mit dem Leid der Menschen noch mit ihren finanziellen Ansprüchen wollten sich die Deutschen befassen, lieber sahen sie sich selbst als Opfer.

SZ PlusRezension von Ludger Heid

MeinungPrantls Blick
:Mehr Feiertage, bitte!

Warum die Diskussion über die Abschaffung arbeitsfreier Tage falsch und schädlich ist: Die Republik braucht mehr, sie braucht neue bundesweite Gedenktage – wenigstens einen solchen Tag.

SZ PlusVon Heribert Prantl

Neue Sammlung in München
:Das größte Designmuseum der Welt wird 100

Sie gilt als das größte Designmuseum der Welt: die Neue Sammlung in München mit mehr als 120 000 Objekten. Zum 100. Geburtstag lädt das Museum in der Pinakothek der Moderne zu einem Streifzug durch die Sammlungsgeschichte ein.

Von Evelyn Vogel

Justiz
:Ist Betteln ein Menschenrecht?

Die Hamburger Bahnen ahnden Betteln mit einer Strafe von 40 Euro und setzen das seit Kurzem auch durch. Dagegen klagen nun zwei Obdachlose. Über die Tendenz, nicht die Armut zu bekämpfen, sondern die Armen.

SZ PlusVon Wolfgang Janisch

Biografie über KoKo-Chef Schalck-Golodkowski
:Der Milliarden-Mann der DDR

Keiner wandelte sicherer auf dem schmalen Grat zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Norbert F. Pötzl hat das abenteuerliche Leben des Alexander Schalck-Golodkowski zwischen Stasi-Tätigkeit, dubioser Devisenbeschaffung und veruntreuten Geldern spannend rekonstruiert.

SZ PlusRezension von Ralf Husemann

Buch über „Das Kanzleramt“ in der frühen BRD
:Diese lästige Demokratie

NS-Vergangenheit verharmlosen, alte Kameraden fördern, Pressefreiheit und Forschung behindern – das war der Dreiklang aus dem Bonner Kanzleramt bis zum Ende der 1960er. Eine umfassende Studie bringt bislang unbekannte Details aus der Schaltzentrale der Macht ans Licht.

SZ PlusRezension von Willi Winkler

Ungarn
:Viktor Orbán verbietet die Regenbogenparade

Eine Verfassungsänderung soll in Ungarn öffentliche Versammlungen der LGBTQ-Community unmöglich machen. Viele sehen darin einen weiteren Angriff auf die Grundrechte sexueller Minderheiten.

Von Verena Mayer

Sönke Neitzels neues Bundeswehr-Buch
:War da nicht was mit Wehrmacht?

Der Militärhistoriker Sönke Neitzel erzählt die Geschichte der Bundeswehr auf wenig Platz, dennoch fallen beim Thema Traditionspflege eine deutliche Leerstelle und einige Verkürzungen auf.

Rezension von Jakob Knab

500 Jahre Bauernkrieg
:Der Ursprung der Menschenrechte

Im Jahr 1525 revoltierten die Bauern und einfachen Menschen in blutigen Schlachten gegen den Adel. Ihre Forderungen gründeten sie auf die Zwölf Artikel aus Memmingen – sie sind so etwas wie die ersten deutschen Grundrechtserklärungen, mit für ihre Zeit geradezu ungeheuerlichen Forderungen.

Von Florian Fuchs

„Zweite Karrieren“ von NS-Eliten nach 1945
:Schweigen, leugnen, weitermachen

Viele NS-Spitzenmänner kamen nach 1945 schnell wieder in leitende Funktionen. Wie lief die Aufarbeitung und was wurde dabei versäumt? Hans-Ulrich Thamer versucht eine Bilanz der „Behördenforschung“.

SZ PlusRezension von Jost Dülffer

Geschichtspolitik der AfD
:Anpassen, verdrehen, umdeuten

Putin macht vieles richtig, die NSDAP war links, die DDR hatte ihre Vorzüge, und die Bürgerrechtsbewegung wird auch gleich mit vereinnahmt. Der Historiker Volker Weiß nimmt die Geschichtsnarrative der Rechtsextremen auseinander.

SZ PlusRezension von Ronen Steinke

Aufarbeitung von NS-Medizinverbrechen in Bayern
:Die Opportunisten vom Amt

Wie gingen Ärzte und Medizinbürokratie nach 1945 mit ihren Verbrechen um? Die Historikerin Sophie Friedl folgt ihnen auf dem steinigen und gewundenen Weg zwischen Anpassung und echter demokratischer Umorientierung.

Rezension von Annette Eberle

Volljährigkeit
:Plötzlich erwachsen

Vor 50 Jahren wurden 2,5 Millionen Jugendliche in der BRD über Nacht schon mit 18 Jahren volljährig. Was bedeutet das eigentlich?

Von Martin Zips

Politik
:Söders CSU will Grundrecht auf Asyl verändern

Nach der Bundestagswahl stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Union wieder regieren darf. Die CSU sieht dringenden Handlungsbedarf bei der Migration und hat eine sehr konkrete Forderung.

Bundesverfassungsgericht
:Gelten deutsche Grundrechte auch in Jemen?

Die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz ist wesentlicher Bestandteil der US-Infrastruktur für Drohneneinsätze in Afrika und auf der Arabischen Halbinsel. Zwei Jemeniten haben sich nun ans Bundesverfassungsgericht gewandt und bitten um Schutz.

Von Wolfgang Janisch

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