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40 Jahre nach Machtergreifung Pol Pots:Kambodscha trauert

In weniger als vier Jahren ermordeten die Roten Khmer ein Viertel der Bevölkerung Kambodschas. 40 Jahre nach Pol Pots Machtergreifung gedenkt das Land der Millionen Opfer.

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A woman cries in front of the skulls and bones of victims of the Khmer Rouge regime during a Buddhist ceremony at Choeung Ek, a 'Killing Fields' site located on the outskirts of Phnom Penh

Quelle: REUTERS

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40 Jahre nach dem Beginn der Herrschaft Pol Pots sitzt die Trauer über die unglaublichen Gräueltaten der Roten Khmer in Kambodscha noch tief. Das Bild zeigt eine Frau in der Gedenkstätte Choeung Ek, nahe der Hauptstadt Phnom Penh.

Buddhist monks attend a Buddhist ceremony at Choeung Ek, a 'Killing Fields' site located on the outskirts of Phnom Penh

Quelle: REUTERS

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Hunderte Menschen, darunter buddhistische Mönche und Überlebende, wohnten der Zeremonie bei.

The fortieth anniversary of the Khmer Rouge Victory Day

Quelle: dpa

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Kambodschanische Frauen übergeben buddhistischen Mönchen ihre Opfergaben in der Gedenkstätte Choeung Ek. Nach dem Sturz der Roten Khmer 1979 wurde hier ein Massengrab mit den Leichen von etwa 9 000 Menschen entdeckt.

The fortieth anniversary of the Khmer Rouge Victory Day

Quelle: dpa

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Ein Mann verströmt Weihrauch in der Gedenkstätte Choeung Ek. Hinter ihm sind Schädel von Opfern der Pol-Pot-Zeit zu sehen. Der kambodschanische Völkermord wird als Autogenozid bezeichnet, da es sich um Vernichtungsmaßnahmen eines Regimes gegen die eigene Bevölkerung handelt.

Regime der Roten Khmer in Kambodscha

Quelle: dpa

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1949 zog der 21-jährige Pol Pot, damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Saloth Sar, mit einem Stipendium nach Paris, um Radioelektronik zu studieren. Vier Jahre später kehrte er nach Kambodscha zurück - wegen kommunistischer Agitation hatte er sein Stipendium verloren.

Bevor er 1963 zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt wurde, ließ er sich von vietnamesischen Unabhängigkeitskämpfern ausbilden. Die von ihm angeführte Guerillaarmee eroberte bis 1975 das ganze Land, vier Jahre lang herrschte Pol Pot als Diktator über Kambodscha. Anführer der Roten Khmer blieb der "Bruder Nr.1" bis 1997. Ein Jahr später starb er, vermutlich beging er Selbstmord, weil ihm eine Auslieferung in die USA drohte.

The fortieth anniversary of the Khmer Rouge Victory Day

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Unter der Führung Pol Pots eroberten die Roten Khmer, die sich selbst "Angka" (Die Organisation) nannten, mit der Unterstützung Nordvietnams Phnom Penh im Südwesten des Landes. Innerhalb von zwei Tagen vertrieben sie fast alle 3,5 Millionen Einwohner der Hauptstadt. Mit der Einnahme Phnom Penhs begann auch der Terror gegen die eigene Bevölkerung. Die Zahl der Opfer schwankt nach verbreiteten Schätzungen zwischen 1,8 und 2,2 Millionen.

The fortieth anniversary of the Khmer Rouge Victory Day

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Das Leid der Menschen wurde auch in Gemälden wie diesem zum Ausdruck gebracht, das in der Gedenkstätte Choeung Ek hängt. Millionen Kambodschaner wurden in Todeslager deportiert, Hunderttausende wurden auf den sogenannten "Killing Fields" ermordet. Auch die Zwangsarbeit auf Reisfeldern kostete viele das Leben.

The fortieth anniversary of the Khmer Rouge Victory Day

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Viele Menschen besuchten zum Gedenken an die Machtergreifung der Roten Khmer auch das einstige Gefängnis S-21. In der ehemaligen Schule sollen von 1975 bis 1979 zwischen 14 000 und 20 000 Menschen eingesperrt und gefoltert worden sein.

Nach der Entmachtung der Roten Khmer durch vietnamesische Truppen wurde 1979 das Tuol-Sleng-Genozid-Museum eingerichtet. Das Archiv des Museums, das unter anderem Gemälde eines der wenigen Überlebenden - des Künstlers Vann Nath - präsentiert, wurde im Juli 2009 von der UNESCO als Weltdokumenterbe registriert.

The fortieth anniversary of the Khmer Rouge Victory Day

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Eines der Gemälde Vann Naths: Es zeigt Guerillakämpfer, die einer jungen Mutter ihr Kind entreißen. Nath verarbeitet mit den Bildern eigene Erinnerungen aus seiner Zeit im Foltergefängnis Tuol Sleng (S-21), das er als einer von wenigen überlebte. Er starb 2011.

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