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Zeltstadt vor Sacramento:Obdachlos im Golden State

Gestrandet in der Zeltstadt: Sie haben in den USA Haus und Hof verloren - vor Sacramento treffen sich die Verlierer der Wirtschaftskrise wieder. Impressionen aus "Tent City".

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Gestrandet in der Zeltstadt: Sie haben Haus und Hof verloren - vor Sacramento treffen sich die Verlierer der Wirtschaftskrise wieder. Impressionen aus "Tent City".

Vor 80 Jahren kampierten hier am Flussufer des American River bei Sacramento Grubenarbeiter aus Tennessee und verarmte Farmer aus Oklahoma. Es war die Zeit der Great Depression.

Heute sind es die Mitglieder der unteren Mittelschicht, die in der "Tent City", der Zeltstadt, Zuflucht suchen. Wieder siedeln sie sich entlang des American River an, einem Nebenfluss des Sacramento River.

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Der Blick in die Zeltstadt macht das Ausmaß des Elends deutlich: Behelfsmäßig werden die Zelte am Stadtrand Sacramentos zusammengehalten, ...

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... ein Obdachloser versucht, seine Behausung mit Hilfe einer Plane zu stabilisieren.

Zwar ist die Obdachlosigkeit in Kalifornien traditionell höher als in anderen US-Staaten - auf Grund der hohen Preise für Eigenheime, aber auch aufgrund der verhältnismäßig warmen Temperaturen. Dennoch zeigt sich in dem Bundesstaat der Gegensatz zwischen Arm und Reich am Deutlichsten: Kalifornien gilt als einer der reichsten Staaten der USA, hier steht die Traumfabrik Hollywood, hier haben die Schönen und Reichen ihre Villen.

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Nasse Decken hängen an einer Schranke für einen Bahnübergang: Es sind Bilder, die für das Ende des amerikanischen Traums stehen, und zwar dem Traum vom Eigenheim. In Sacramentos Zeltstadt gibt es keine Elektrizität, kein Wasser, keine Sanitäranlagen.

Einblicke in das Leben der Zeltbewohner:

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Eine Frau sitzt vor ihrem Zelt. Früher hat sie einmal als Lastwagenfahrerin gearbeitet, jetzt lebt sie in den Zeltstädten, die bereits als neue amerikanische Slums bezeichnet werden.

Sie lebt mit ungefähr 120 anderen Menschen in den Zelten vor Sacramento. In ganz Kalifornien gibt es rund 160.000 Obdachlose.

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Blick aus dem Zelt auf eine Bewohnerin, die ihr Fahrrad mit einer Plane bedeckt. "Ich habe kein Haus mehr", sagt sie. "Aber immerhin bin ich nicht heimatlos." Vor einem Jahr noch lebte die Frau in einer geräumigen Wohnung in Seattle im US-Staat Washington. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde sie obdachlos. Die Frau gibt sich selbst die Schuld an ihrem Schicksal: "Ich sollte schon längst weg sein, aber ich bin es nicht - aufgrund von schlechten Entscheidungen, die ich im Leben getroffen habe", sagt sie.

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Der Alltag im Zelt: Eine Frau gewährt Einblick in ihr neues Heim, während sie den Teppich kehrt.

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Mit einem Camping-Kocher macht einer der Bewohner eine Suppe warm, ein Nachbar schaut ihm dabei über die Schulter.

Den US-Staat Kalifornien trifft die Immobilienkrise besonders schwer. Der Bundesstaat hangelt sich seit Jahren von einer Krise zur anderen, im Haushalt klafft ein Milliardenloch. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief im Februar den Notstand aus.

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Verzweiflung angesichts der aussichtslosen Lage: Ein junger Mann sitzt vor einem Lagerfeuer, die Kapuze hat er tief ins Gesicht gezogen.

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Wenn es Nacht wird in der Zeltstadt: Die Schatten zweier Bewohner sind im Schein einer Taschenlampe zu sehen.

Es sind düstere Zeiten für Kalifornien: Die Arbeitslosenrate in dem Bundesstaat ist mit 9,3 Prozent eine der höchsten im Land.

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Blick in die Ferne: In der Brille eines Bewohners spiegelt sich sein Heim.

Inzwischen haben Lokalpolitiker angekündigt, eine andere Lösung für die Zeltbewohner finden zu wollen. "Das sind auch Menschen dort draußen", sagte der Bürgermeister von Sacramento, Kevin Johnson, auf einer Pressekonferenz. "Wir müssen etwas tun."

Bis Ende April soll die Zeltstadt geschlossen werden, die Bewohner sollen vorübergehend in dem Cal Expo Center untergebracht werden. Im nächsten Übergangsquartier also.

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© (sueddeutsche.de)
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