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Wetter:Blitzeinschlag auf Fußballfeld in Rheinland-Pfalz - 16 Menschen in Klinik

Unwetter Wiesbaden

Der Wiesbadener Stadtteil Kloppenheim am Freitag nach schwerem Hagel.

(Foto: Dennis Altenhofen/dpa)
  • Teils kräftige Unwetter haben am Freitag und in der Nacht zum Samstag in Deutschland für vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume gesorgt.
  • Am Samstag schlug während eines Jugenfußballturniers in Rheinland-Pfalz der Blitz ein, 16 Menschen mussten in Krankenhäuser gebracht werden.
  • An der Mosel entgleiste ein Regionalzug nach einem Erdrutsch, am Kölner Hauptbahnhof sorgte ein Blitzeinschlag für Verspätungen.
  • Auch für das Wochenende warnt der Deutsche Wetterdienst mehrere Bundesländer vor weiteren starken Gewittern.

16 Menschen sind im westlichen Rheinland-Pfalz nach einem Blitzeinschlag während eines Fußballspiels in Krankenhäuser gebracht worden. Drei von ihnen erlitten bei dem Unglück in Hoppstätten schwere Verletzungen. Ein 45-jähriger Betreuer erlitt einen Herzkreislauf-Stillstand. Zeugen begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, ein Rettungshubschrauber brachte den Mann in ein Krankenhaus. Zwei andere Erwachsene wurden ebenfalls schwer verletzt.

Das E-Jugend-Spiel war zum Zeitpunkt des Blitzschlags gerade beendet. "Es gab Zeugen zufolge keinen Regen und keinen dunklen Himmel", sagte ein Polizeisprecher. Wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, waren zur Zeit des Unglücks drei Gewitterzellen in der Gegend unterwegs.

Von allen Kindern und Erwachsenen seien noch vor Ort Elektrokardiogramme (EKG) geschrieben worden, um die Herzfunktionen zu überprüfen, sagte der Polizeisprecher. Bei elf Kindern und zwei Elternteilen seien die Ergebnisse auffällig gewesen, deshalb seien auch sie vorsorglich in Krankenhäuser gebracht worden. Zwei Notarzt- und fünf Rettungswagen sowie alle Freiwilligen Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz.

Unwetterwarnung gilt bis Sonntagfrüh

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiter vor schweren Unwettern. Blitz, Donner, starker Regen, Hagel und Sturmböen sind auch am Wochenende in vielen Regionen Deutschlands möglich, so die Experten. Vor allem im Südwesten Deutschlands ist mit teils starken Gewittern zu rechnen. Zu erwarten sei, dass sich die Unwetter über den Tag Richtung Nordosten ausweiten. Betroffen sind demnach vor allem die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen.

Laut DWD muss in diesen Regionen mit Sturmböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde und Hagelkorngrößen über zwei Zentimetern gerechnet werden. Starke Regenfälle können stündlich bis zu 25 Liter pro Quadratmeter bringen. Die Warnung gilt bis Sonntagfrüh.

Zug entgleist, Bahnstrecken gesperrt

Seit dem frühen Freitagabend hatte es bereits kräftig gestürmt. In verschiedenen Teilen Deutschlands kam es zu schweren Gewittern, mancherorts fielen Starkregen und Hagel. Berichte in sozialen Netzwerken über einen Tornado im Kreis Düren konnte der DWD jedoch nicht bestätigen.

Unwetter Wiesbaden

In der Wiesbadener Innenstadt war nach dem schweren Unwetter am Freitag die Feuerwehr im Einsatz.

(Foto: dpa)

Der Bahnverkehr war an mehreren Orten betroffen: Ein Blitzeinschlag sorgte am Kölner Hauptbahnhof für Verspätungen. An der Mosel entgleiste ein Regionalzug nach einem Erdrutsch. Es sei niemand verletzt worden, sagten Sprecher der Polizei Koblenz und des Lagezentrums im Mainzer Innenministerium, die 250 Fahrgäste konnten schließlich mit einem Ersatzzug weiterfahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn konnte der Lokführer des Regionalexpresses auf dem Weg nach Trier zwischen Hatzenport und Moselkern nicht mehr rechtzeitig bremsen. Daraufhin sei der Steuerwagen aus dem Gleis gesprungen. Die Strecke war laut Polizei am Samstagmorgen wieder eingleisig befahrbar.

In Rheinland-Pfalz seien ganze Weinberge entlaubt worden, so ein Polizeisprecher in Koblenz. Auch in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens und Hessens gab es Überschwemmungen. Die Bahnstrecke Trier-Koblenz wurde laut Deutscher Bahn zwischen Treis-Karden und Kobern-Gondorf in beide Richtungen gesperrt, ein Busersatzverkehr wurde eingerichtet.

Hunderte Notrufe in Hessen

Auf einigen Straßen lagen bis zu 30 Zentimeter hoch Hagelkörner. Auf der Autobahn 61 bei Koblenz regnete und hagelte es nach Angaben der Autobahnpolizei so stark, dass Autos auf dem Standstreifen anhalten mussten. Unwetter zogen auch über die Nordeifel und ließen Bäume umstürzen. Die Polizei meldete vollgelaufene Keller in Mechernich und Bad Münstereifel im Süden Nordrhein-Westfalens. Die Leitstelle der Feuerwehr des Kreises Euskirchen meldete einen Leichtverletzten.

In Hessen seien Hunderte Notrufe eingegangen, sagte ein Sprecher der Polizei in Wiesbaden. Das Unwetter wütete auch im Rheingau-Taunus-Kreis und im Main-Taunus-Kreis. Neben vollgelaufenen Kellern sorgten umgestürzte Bäume für Einsätze. "Es ist viel, aber nichts Dramatisches", so die Feuerwehr in Wiesbaden.

© SZ.de/dpa/ihe/dayk/jana/sosa
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