bedeckt München 23°
vgwortpixel

Westafrika:Hunderte Tote nach Erdrutsch in Sierra Leone

Nach heftige Regenfällen und Überschwemmungen sind in der Nähe der Hauptstadt von Sierra Leone mehreren hundert Menschen ums Leben gekommen.

(Foto: AP)
  • Nach dem Abgang einer Schlammlawine in Sierra Leone werden mehr als tausend Tote befürchtet.
  • Nach Behördenangaben sind 400 Leichen geborgen worden, dem Roten Kreuz zufolge werden noch etwa 600 Menschen vermisst.
  • Heftige Regenfälle und Überschwemmungen lösten am Montag die Erdrutsche aus.

Bei Überschwemmungen und einem Erdrutsch im westafrikanischen Sierra Leone sind Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Das Rote Kreuz befürchtet, dass es mehr als tausend Todesopfer geben könnte. Nach Behördenangaben wurden bislang 400 Leichen geborgen. In mehr als 1000 verschütteten Häusern würden weitere Opfer befürchtet.

"Es ist möglich, dass Hunderte tot unter dem Geröll liegen", sagte Vizepräsident Victor Foh vor Journalisten an der Unglücksstelle. Die Rettungsarbeiten waren noch zu Gange, etwa 600 Menschen wurden noch immer vermisst, wie Rotkreuz-Sprecher Abu Bakar Tarrawellie sagte.

Am frühen Montagmorgen hatten sich bei der Ortschaft Regent in der Nähe der Hauptstadt Freetown nach heftigen Regenfällen Teile eines völlig aufgeweichten Hügels gelöst. Rettungskräfte versuchten, in einem Wettlauf gegen die Zeit, Opfer zu bergen und Verschüttete aus dem Erdreich zu befreien. "Die Gegend ist sehr katastrophengefährdet", sagte Tarrawellie. "Es besteht noch immer eine Gefahr für die Anwohner." Daher ermutige das Rote Kreuz die Menschen, die Gegend zu verlassen.

Mitarbeiter des Militärs wurden zu Rettungsarbeiten eingesetzt, wie die Behörden mitteilten. Angehörige gruben im Schlamm nach Vermissten. Die Leichen der Opfer seien ins Connaught-Krankenhaus in Freetown gebracht worden, sagte ein Mitarbeiter der Leichenhalle der Nachrichtenagentur AFP. Die Leichenhalle des Connaught-Krankenhauses war völlig überlastet, Tote wurde auf dem Fußboden gelagert. "Die Kapazität der Leichenhalle ist zu klein", sagte ein Mitarbeiter dem nationalen Rundfunksender.

Auf Twitter sind Fotos und Videos zu sehen, die zeigen, wie die Schlammmassen Straßen überfluten. Dutzende Häuser sollen lokalen Medien zufolge darunter begraben sein.

Viele Armenviertel in Freetown liegen in Höhe des Meeresspiegels und haben mangelhafte Abwassersysteme. Überschwemmungen während der Regenzeit in dem westafrikanischen Land werden dadurch begünstigt.