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Sexueller Missbrauch:Neue Vorwürfe gegen Weinstein

Harvey Weinstein

Gegen Harvey Weinstein, hier nach einem Gerichtstermin im Februar, gibt es neue Vorwürfe.

(Foto: Seth Wenig/AP)

Vier Frauen haben Klage gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten eingereicht. Er soll sie vergewaltigt haben. Die Fälle reichen weit zurück.

Gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sind in New York weitere Vorwürfe von Sexualstraftaten erhoben worden. Vier Frauen haben Klage eingereicht, wie die US-Medien Hollywood Reporter und Variety übereinstimmend berichten.

Eine der Klägerinnen gibt an, 1994 als 17-Jährige von Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Zu dem Vorfall sei es bei einem geschäftlichen Treffen in dem Hotelzimmer des Produzenten gekommen. Er habe ihr danach gedroht, damit sie mit niemandem darüber spreche.

Eine weitere Klägerin berichtete über einen sexuellen Übergriff bei den Filmfestspielen in Cannes im Jahr 1984. Die anderen Vorfälle sollen sich 2008 in New York und 2013 nach einem Treffen bei den Filmfestspielen in Venedig ereignet haben.

Im Januar hat auch die Staatsanwaltschaft in Los Angeles gegen Weinstein in zwei Fällen Anklage wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung erhoben. In weiteren Fällen wird ermittelt. Für den Prozess in Los Angeles haben die dortigen Behörden Schritte für die Auslieferung Weinsteins nach Kalifornien eingeleitet.

23 Jahre Haft

Weinstein war Ende Februar von einer Jury wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung für schuldig befunden und im März zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Er sitzt diese Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab. In dem aufsehenerregenden Prozess ging es vor allem um zwei Vorwürfe: Weinstein soll 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oralsex gezwungen und die heutige Friseurin Jessica Mann 2013 vergewaltigt haben.

Insgesamt haben Dutzende Frauen dem Produzenten sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die #metoo-Bewegung ausgelöst. Infolgedessen begannen Millionen Frauen auf der ganzen Welt, öffentlich über ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt und Sexismus zu sprechen.

© dpa/anri/ghe
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