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Vermeintlicher Anschlag:Drei Websites und eine Falschmeldung

Mit gefälschten Webseiten und einem vermeintlichen Selbstmordanschlag haben Unbekannte die Medien genarrt - und nicht nur die.

Mit gefälschten Websites haben Unbekannte mehrere deutsche Medien hereingelegt. Zunächst hatte der angebliche Sender vpk-tv aus der Kleinstadt Bluewater in Kalifornien berichtet, es gebe einen Selbstmordanschlag in einem Lokal in der Innenstadt.

Auf Bildern war zu sehen, wie Menschen aus dem Lokal rannten. Eine Stunde später berichtete der Sender, es handele sich nicht um arabisch-stämmige Männer, wie zunächst berichtet, sondern um drei deutsche Rapper einer Gruppe mit dem Namen Berlin Boys. Sie seien nach einem vorgetäuschten Anschlag mit Bombenattrappen festgenommen worden.

Aber nicht nur die Website des TV-Senders war gefälscht, auch der Webauftritt des Ortes Bluewater stimmte nicht. Dort angegebene Telefonnummern von Polizei und Feuerwehr waren offensichtlich ebenfalls falsch. Auf telefonische Anfrage der Deutschen Presse- Agentur dpa bestätigten angebliche Sprecher von Polizei und Feuerwehr, dass es einen Vorfall gegeben habe, und später, dass drei Deutsche festgenommen worden seien. Erst ein Anruf bei der übergeordneten Polizeistation in San Bernardino ergab, dass dort niemand von einem derartigen Vorfall oder von Festnahmen wusste.

Eine übliche kurze Überprüfung der Websites zu Beginn hatte zunächst keine größeren Auffälligkeiten ergeben. Erst eine genauere Untersuchung zeigte, dass sowohl die Website des Senders als auch die angebliche Website der Kleinstadt erst am 29. Juni 2009 registriert worden waren. Bei beiden Anmeldungen war dieselbe Faxnummer angegeben.

Ebenfalls manipuliert war ein Wikipedia-Eintrag, wo erst seit dem 9. September ein Link auf die gefälschte Website der Stadt Bluewater führte.

© sueddeutsche.de/dpa/vw/holz

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