Vorwurf der versuchten Vergewaltigung Pariser Justiz leitet Vorermittlungen gegen Strauss-Kahn ein

Ein weiterer Vorwurf gegen Dominique Strauss-Kahn beschäftigt die französische Justiz: Wie Pariser Beamte mitteilten, nimmt die Polizei Vorermittlungen gegen den ehemaligen IWF-Chef wegen versuchter Vergewaltigung auf. Diesmal stammt die Anzeige von der 32-jährigen Autorin Tristane Banon.

Kaum wurde der unter Vergewaltigungsverdacht stehende Dominique Strauss-Kahn von den New Yorker Richtern auf freien Fuß gesetzt, schon kündigt sich das nächste Unheil an: Die französische Justiz nimmt erneut polizeiliche Vorermittlungen wegen versuchter Vergewaltigung gegen den ehemaligen IWF-Chef auf. Wie Justizbeamte in Paris mitteilten, stammt die Anzeige diesmal von der französischen Autorin Tristane Banon.

Drohte umgehend mit einer Gegenklage wegen Verleumdung: Dominique Strauss-Kahn.

(Foto: AFP)

Die Vorwürfe sind seit längerem bekannt, der Vorfall soll sich bereits im Jahr 2002 ereignet haben. Banon wirft dem einstigen Chef des Internationalen Währungsfonds vor, sie auf dem Weg zu einem Interview sexuell bedrängt zu haben. Die damals 22-Jährige hatte auf Anraten ihrer Mutter, einer Kommunalpolitikerin in Strauss-Kahns Sozialistischer Partei, auf eine Anzeige gegen den Freund der Familie verzichtet.

Nachdem aber die Vorwürfe des Zimmermädchens aus New York bekanntgeworden waren, entschloss sich Banon doch noch zu einer Anzeige. Bereits im Mai hatte ihr Anwalt angekündigt, dass sie bald Klage einreichen wolle. Strauss-Kahn ließ daraufhin über seine Anwälte erklären, die Vorwürfe seien "erfunden" und er habe seine Rechtsanwälte beauftragt, Banon wegen Verleumdung zu verklagen.

Dabei hatte es so gut ausgesehen für den 62-Jährigen: In der vergangenen Woche waren massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufgekommen, das dem Franzosen vorwirft, sie in einem Luxushotel in New York massiv sexuell angegriffen zu haben. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Strauss-Kahn am vergangenen Freitag auf freien Fuß gesetzt.

Die Ermittlungen sollen aber dennoch weitergehen: Die Anklage wegen versuchter Vergewaltigung des Zimmermädchens gegen ihn besteht weiterhin, auch das Land darf Strauss-Kahn nicht verlassen. Am 18. Juli muss er erneut vor Gericht erscheinen.

Ob Tristane Banon mit ihrer Klage bis dahin durchkommt, steht noch nicht fest. Sicher ist aber: Wenn sich der Verdacht so weit erhärtet, dass es für ein formelles Ermittlungsverfahren ausreicht, könnte es für den ehemaligen IWF-Chef ziemlich unangenehm werden. Und die angestrebte Präsidentschaftskandidatur endgültig in weite Ferne rücken.

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