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Vater ausgesperrt:Kleinkind musste alleine Zug fahren

Sohn drinnen, Papa draußen: Die Türen eines Regionalzugs schlossen sich, als der Vater noch schnell sein Fahrrad holen wollte. Erst anderthalb Stunden später konnte er sein 18 Monate altes Kind wieder in die Arme schließen. Bei der Bahn war das nicht der erste Vorfall dieser Art.

Ein 18 Monate alter Junge hat ohne seine Eltern in einem Regionalzug von Jena nach Erfurt fahren müssen. Die Türen des Zuges hätten sich in Jena-West geschlossen, bevor der Vater einsteigen konnte, berichteten die Eltern. Trotz lauter Rufe des Vaters sei der Lokführer dann einfach losgefahren.

Ein Bahnsprecher bestätigte den Vorfall und entschuldigte sich dafür. Offenbar habe der Lokführer bei der Überprüfung des Bahnsteiges nicht bemerkt, dass der Vater noch schnell sein Fahrrad holen wollte und sei losgefahren. Erst eineinhalb Stunden später konnte dieser seinen Sohn in Erfurt in Thüringen abholen.

Der Polizei zufolge beobachteten Reisende im Zug, wie das Kind von seinem Vater getrennt wurde. Sie hätten sofort die Polizei verständigt und sich gemeinsam mit dem Zugpersonal um den kleinen Jungen gekümmert. Auch der Kundenbetreuer habe die Bundespolizei informiert, sagte der Bahnsprecher. Den Mitarbeitern könnten trotz der "unangenehmen und aufgeregten" Situation für die Eltern und das Kind keine Vorwürfe gemacht werden, fügte er hinzu.

Bei der Bahn ist es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach zu ähnlichen Vorfällen gekommen. So musste im März eine Zweijährige in Brandenburg eine Bahnfahrt von Pritzwalk bis Neuruppin allein überstehen, weil die Mutter aus dem Zug ausgesperrt worden war.

In Stolberg in Nordrhein-Westfalen fuhr ebenfalls im März ein Zug mit zwei Kindern ohne die Mutter los. Die beiden fünf- und achtjährigen Jungen waren bereits eingestiegen, während deren Mutter auf dem Bahnsteig mit ihrem jüngstem Sohn und dem Kinderwagen beschäftigt war.