USA Mann gesteht Tresor-Raub in selbstverfasstem Nachruf

Er liebte seine Frau, seine Jugend, das Reisen: So weit nichts Ungewöhnliches an dem Nachruf, den Val Patterson für sich selbst geschrieben hat. Doch der anrührende Brief enthält auch allerlei Geständnisse - vom Tresor-Raub bis zum erschwindelten Doktortitel.

Dass das Internet dem Mitteilungsbedürfnis mancher Menschen entgegenkommt und sogar den einen oder anderen dazu anregt, intimste Geständnisse abzulegen ist bekannt. Im US-Bundesstaat Utah hat dies nun eine neue Dimension erreicht - in Form eines online veröffentlichten Nachrufs, verfasst vom Verstorbenen selbst.

Val Patterson aus Salt Lake City starb am 10. Juli an Krebs, im Alter von 59 Jahren. In seinem eigenen Nachruf, den er schon im vergangenen Herbst schrieb, teilt er nicht nur allerlei Lebensweisheiten, sondern gesteht in einem sentimentalen Rückblick auf sein Leben auch mehrere Vergehen: Raub, Titelbetrug und allerlei mehr.

Die örtliche Salt Lake Tribune hat den Text veröffentlicht, der nun zu einem unberhofften viralen Erfolg wurde. Die Seite des Bestattungsunternehmen, die den Nachruf zuerst online stellte, brach unter dem enormen Andrang zusammen. Mehr als 100.000 Menschen hätten den Text pro Minute angeklickt, schreibt die Firma auf ihrer Facebook-Seite. "Was für eine besondere Familie."

"Ich habe Geständnisse abzulegen und da gibt es Sachen, die jetzt gesagt werden sollten", schreibt Patterson. Zunächst ist da die Sache mit dem Safe: "Wie sich herausstellt, bin ich der Typ, der im Juni 1971 den Tresor aus dem Motor View Drive Inn gestohlen hat." Zudem bekennt Patterson, einen unverdienten Doktortitel zu geführt zu haben: "Tatsächlich habe ich nie erfahren, wofür die Buchstaben 'PhD' eigentlich stehen." Ganz ohne Plagiat oder andere Tricksereien sei er allerdings an seinen Doctor of Philosophy oder philosophiae doctor gekommen: Durch eine schlichte Verwechslung im Sekretariat der Universität von Utah.

Doch mit Tresordiebstahl und falschem Titel nicht genug: "Und jetzt zu dem wirklich fiesen Nationalparkwärter; ich war es, der diese Steine in deinen Geysir gerollt und ihn damit ruiniert hat", fährt der offenherzige Mann aus Salt Lake City fort. Die Vergnügungsparks Disney World und Sea World fordert er auf, endlich die "Akten mit dem lebenslänglichen Hausverbot" über ihn wegzuwerfen. Was er dort alles angestellt hat, führt der 59-Jährige allerdings nicht genauer aus.

Nicht minder anrührend als die Geständnisse seiner Missetaten ist Pattinsons Rückblick auf sein Leben, in das sie eingebettet sind. Er schreibt von seiner Jugend: "Das Fernsehprogramm damals war langweilig, also gingen wir raus und hatten richtige Leben. Wir haben immer versucht so viel Spaß wie möglich zu haben, ohne jemandem zu schaden - und haben das gut hingekriegt."

Er entschuldigt sich wortreich bei seiner Frau Mary Jane, mit der er 33 Jahre lang verheiratet war. "Die eine Sache, die meine Seele erfüllt hat, ist meine Liebe und Freundschaft zu meiner bemerkenswerten Frau, meiner geliebten Mary Jane." Und weiter: "Meine Schmerzen sind enorm. Doch sie verblassen, wenn ich sehe, wie meine Frau leidet, wenn sie sich liebevoll um mich kümmert und mich tröstet. Dagegen hilft keine Tablette."

Er bereue nichts, schreibt Patterson, außer, dass er sich unbesiegbar fühlte, als er jung war - und, dass er "rauchte, als er "wusste, dass es schlecht für mich ist." Die Zigaretten haben ihn schließlich das Leben gekostet. Val Patterson starb an Kehlkopfkrebs.

Der außergewöhnliche Nachruf schließt mit einem ironischen Rat an bekannte und unbekannte Leser: "Wenn du ewig leben willst, dann hör' nicht auf zu atmen, wie ich es getan habe."