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USA:Gesuchter Straftäter wird Aufseher im Gefängnis

Ein international gesuchter Straftäter ist in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA aufgetaucht - als Wärter.

Ein wegen Drogendelikten und anderer Vergehen international gesuchter Tscheche ist in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA aufgetaucht - allerdings nicht als Häftling, sondern als Aufseher.

Michal Preclik wurde daraufhin verhaftet. Er wehrt sich gegen die geplante Auslieferung nach Tschechien. Für den 9. November steht eine Anhörung dazu und zur Fortdauer der Haft an.

Hätte das Gefängnis in Nebraska getan, was heute doch angeblich alle Arbeitgeber tun, bevor sie jemanden einstellen, und den 32-Jährigen einfach gegoogelt, wäre herausgekommen: Er war wegen Betrugs und Drogenhandels von Interpol zur Fahndung ausgeschrieben.

Man habe von internationalen Ermittlungen gegen Preclik nichts gewusst, sagte die Sprecherin des Gefängnissesn, Dawn Renee Smith. Sein Hintergrund sei vor der Einstellung routinemäßig überprüft worden. In einer Verbrechens-Datenbank der USA, dem National Criminal Information Center, sei aber nichts über irgendwelche Haftbefehle gegen den Mann zu finden gewesen.

"Das ist einfach unglaublich"

So stellte ihn das Gefängnis ein, ein Jahr lang arbeitete Preclik dort. Nur zwei Monate vor seiner Verhaftung wurde Preclik von der Tecumseh State Correctional Institution sogar noch befördert. "Das ist einfach unglaublich, dass der Staat Nebraska international gesuchte Straftäter einstellt", sagte Senator Heath Mello.

Preclik kam 2002 nach Nebraska und erhielt über eine Firma zur Arbeitsvermittlung von Osteuropäern eine Stelle auf einer Schweinefarm. Wegen seiner Unterstützung der Behörden in einem Fall illegaler Einwanderung habe er das Aufenthaltsrecht für die USA erhalten, sagte seine Frau Kari Preclik. Das Paar hatte 2005 geheiratet.

Ihr Mann sei beim Handel mit Autos in Tschechien mit dem organisierten Verbrechen in Berührung gekommen, sagte sie. Die Vorwürfe wegen Drogenhandels und Betrugs rührten von einem Fall her, in dem er die tschechische Staatsanwaltschaft unterstützt habe. Sie beide hätten bis zum Zeitpunkt der Verhaftung nicht gewusst, dass es einen internationalen Haftbefehl gebe.

Die Gefängnisbehörden würden nach dem Vorfall nun ihre Anstellungspraxis überprüfen, erklärte Sprecherin Smith.