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USA:Frau "musste" zwölfjährigen Neffen verklagen

Die zur "schlimmsten Tante aller Zeiten" erklärte Klägerin (Mitte) auf dem Weg zum Gericht vor ein paar Tagen. Jetzt hat sie ihre Beweggründe erklärt.

(Foto: AP)
  • Nach einer Klage gegen ihren zwölfjährigen Neffen hat eine Amerikanerin in einer Fernsehsendung ihre Beweggründe erklärt.
  • Das Kind habe seine Tante 2011 so stürmisch begrüßt, dass sie stürzte und sich die Hand brach.
  • Tante und Neffe sind gemeinsam in der TV-Show aufgetreten.

Schwierige Familienverhältnisse?

Eine Frau verklagt ihren zwölfjährigen Neffen, weil er sie durch eine überschwängliche Begrüßung zu Fall gebracht hat. Klingt nach schwierigen Familienverhältnissen? Mitnichten, sagen die beiden jetzt im Morgenprogramm von NBC News.

Die Nachricht über die Klage wurde in den vergangenen Tagen von zahlreichen Medien aufgegriffen, auch von SZ.de. Jetzt erklären sich Tante und Neffe. "Ich liebe sie und sie liebt mich", sagt der Junge dem Moderator der "Today"-Show. "Sie würde nie etwas tun, um mir oder meiner Familie Schaden zuzufügen", versichert der Junge.

Die Erklärung seiner 54-jährigen Tante: Sie habe den Jungen verklagen müssen, sonst hätte die Versicherung ihre teuren Arztrechnungen nicht übernommen. Ihre Anwälte bestätigten das.

Die Klageschrift

Die New Yorkerin hatte ihren Neffen zu dessen achtem Geburtstag am 18. März 2011 in der Stadt Westport, Connecticut, besucht. Als das Kind ihr um den Hals fiel, stürzte sie und brach sich das Handgelenk. Dafür verlangte sie 127 000 Dollar Schadenersatz.

Der Klageschrift zufolge war der Junge voller "Nachlässigkeit" und "Sorglosigkeit" auf seine Tante zugerannt. "Ein vernünftiges achtjähriges Kind hätte gewusst, oder hätte wissen müssen, dass eine so energische Begrüßung (...) den von der Klägerin erlittenen Schaden und Verlust auslösen konnte", hieß es in dem Dokument weiter. Die 54-Jährige verwies darauf, dass sie noch immer an den Folgen des Sturzes leide und dass sie nun eine Narbe am Arm trage. Ihre "Fähigkeiten, die Aktivitäten des Lebens zu genießen" seien "eingeschränkt".

Die sechs Geschworenen wiesen die Klage Anfang dieser Woche nach zwei Verhandlungstagen und einer kurzen Beratung zurück. Ob die Frau nun Geld bekommt und was als Nächstes geschieht, ist Medienberichten zufolge unklar.

© SZ.de/AFP/feko/kat

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