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USA: Nach Feuer auf Bohrinsel:Brand gelöscht, kein Öl im Meer

Nachdem im Golf von Mexiko abermals eine Förderplattform in Flammen aufgegangen ist, gibt die Küstenwache nun Entwarnung: Der neuerliche Vorfall ist wohl nicht so schlimm wie die Deepwater-Horizon-Katastrophe.

Ein neuerlicher Vorfall auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko hat die Bewohner der amerikanischen Südküste aufgeschreckt: Am Donnerstag ging die Vermilion Oil Platform 380 in Flammen auf. Hinweise auf Lecks gebe es aber nicht, teilte die US-Küstenwache mit. Auch ein Öl-Teppich sei nicht zu erkennen.

Mittlerweile konnte das Feuer auf der "Vermilion Oil Platform 380" im Golf von Mexiko gelöscht werden.

(Foto: AP)

Zudem hätten alle 13 Arbeiter der Öl- und Gasplattform aus dem Wasser geborgen werden können. Einer der Arbeiter soll bei dem Unfall verletzt worden sein. Vorsichtshalber sollen aber alle Männer in ein Krankenhaus gebracht worden sein.

Nach Angaben des Betreiberunternehmens Mariner Energy wurde das Feuer nach mehreren Stunden gelöscht. Ein unkontrolliertes Ausströmen von Öl oder Gas habe es nicht gegeben, sagte ein Firmensprecher. Es habe auch keine Explosion gegeben, stattdessen sei das Feuer wohl in oder nahe der Wohnquartiere auf dem Oberdeck ausgebrochen und auf die oberen zwei Decks begrenzt gewesen.

"Die Anlage steht noch", sagte der Unternehmenssprecher und kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Dem Gouverneur des Bundesstaates Louisiana, Bobby Jindal, zufolge, fingen Gegenstände, die auf der Plattform lagerten, Feuer.

Widersprüchliche Angaben gibt es darüber, ob auf der Bohrinsel zum Zeitpunkt des Unfalls überhaupt gefördert wurde: Aus dem Innenministerium hieß es, die Plattform sei vorübergehend stillgelegt gewesen, weil sie gewartet wurde. Das Heimatschutzministerium berichtete dagegen, auf der Vermilion Oil Platform 380 sei bis zuletzt gefördert worden. Die Plattform produziert den Angaben zufolge etwa 225.000 Liter Öl und 25.000 Kubikmeter Erdgas pro Tag.

Die Plattform liegt etwa 145 Kilometer südlich der Küste Louisianas und westlich der im April untergegangenen Bohrinsel Deepwater Horizon von BP. Eine Explosion auf der Bohrinsel des britischen Ölkonzerns hatte zur größten Ölpest in der Geschichte der USA geführt.

Die Vermilion Oil Platform 380 befindet sich nur in etwa 100 Meter tiefem Wasser und damit in flacheren Gewässern als die Deepwater Horizon, bei der es etwa 1500 Meter hinunter bis zum Meeresboden ging.

Die Aktien von Mariner Energy büßten nach Bekanntwerden des Feuers in New York zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent ein, erholten sich dann jedoch wieder etwas. Der Markt habe überreagiert, sagte ein Analyst. Je mehr Details es gebe, desto deutlicher werde, dass es sich um einen kleineren Unfall handele.

Über die Folgen der Deepwater Horizon-Katastrophe wurde am Morgen bekannt, dass die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko den britischen Ölkonzern BP bislang nach eigenen Angaben acht Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro) gekostet hat. Diese Summe schließe alle Ausgaben für den Kampf gegen die Ölpest, die Reinigung, das Versiegeln des Bohrlochs und Zahlungen an die US-Regierung sowie die betroffenen Bundesstaaten ein, verkündete das Unternehmen. Die Kosten sind damit nach derzeitigem Stand bereits doppelt so hoch wie bei der vorhergehenden Schätzung Mitte Juli. BP hatte zudem zugesagt, einen Entschädigungsfonds von 20 Milliarden Dollar für alle Opfer der Ölpest einzurichten.

© sueddeutsche.de/AFP/Reuters/apn/pfau/jab/jobr
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