Unisex-Toiletten:North Carolinas Gouverneur reagiert auf Proteste gegen Transgender-Gesetz

Lesezeit: 1 min

Von der umstrittenen Toiletten-Regelung will er aber nicht abrücken.

Konfrontiert mit heftigen Protesten hat Pat McCrory, der Gouverneur von North Carolina, das in seinem Bundesstaat seit einigen Wochen gültige umstrittene Transgender-Gesetz abgeschwächt.

Es sah vor, dass Transgender nur öffentliche Toiletten aufsuchen dürfen, die dem in ihrer Geburtsurkunde genannten Geschlecht entsprechen. Außerdem untersagt es den Kommunen, eigene Verordnungen zum Schutz von sexuellen Minderheiten bei der Nutzung von WCs und anderen öffentlichen Einrichtungen zu erlassen.

Zwar will der Gouverneur von der umstrittenen WC-Regelung nicht abrücken, wie US-Medien berichten. Allerdings regt er für all jene, die "besondere Umstände haben", "sinnvolle Einrichtungen" in öffentlichen Toiletten an, ohne dass klar wird, was dies im Einzelnen heißt. Private Firmen sollen ohnehin ihre eigenen Regeln beschließen können. Außerdem will die Regierung sicherstellen, dass Angestellte, die für den Bundesstaat arbeiten, nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden.

Bruce Springsteen sagt Konzert ab

Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den geschlechtlichen Merkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden. McCrorys ursprüngliche Regelung war von zahlreichen Menschenrechtsgruppen, Prominenten und auch internationalen Firmen kritisiert worden.

Die Deutsche Bank etwa stoppte ihre Pläne, in dem US-Bundesstaat 250 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch Firmen wie Apple, Google oder American Airlines missbilligten die Regelung. Die Rocksänger Bryan Adams und Bruce Springsteen sagten aus Solidarität mit den Gegnern des Gesetzes Konzerte ab und Vertreter der Schwulen-, Lesben-, Bisexuellen- und Transgender-Bewegung (LGBT) warfen McCrory vor, sie gezielt diskriminieren zu wollen.

Der Gouverneur verteidigt sich. Er habe nur Auswüchse von Einzelregelungen verhindern wollen, so wie in Charlotte. In der 800 000-Einwohner-Stadt, der größten des Bundesstaates, hatte die Verwaltung beschlossen, dass Transgender selbst entscheiden dürfen, welche Toilette sie aufsuchen. Auch Unisex-Toiletten, wie es sie etwa in New York und in Berlin gibt, sollten gebaut werden.

Der dortige Stadtrat begrüßte McCrorys Wende. "Wir begrüßen die Entscheidung des Gouverneurs, denn sie zeigt, dass North Carolina ein weltoffener Staat ist". Weniger zufrieden sind Bürgerrechtler und LGBT-Aktivisten: "Das Handeln des Gouverneurs ist ein vergeblicher Versuch, das Gesicht zu wahren und den Schaden wiedergutzumachen, den er mit der Stigmatisierung von Homosexuellen und Transgendern angerichtet hat", sagte etwa Sarah Preston, die Präsidentin der Amerikanischen Bürgerrechtsunion in North Carolina.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB