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Tödliche Heroin-Überdosis:Prostituierte wegen Tod eines Google-Managers verurteilt

Handout photo of Alix Tichelman

Alix Tichelman auf einem Polizeifoto vom Juli 2014.

(Foto: REUTERS)
  • Ein Gericht in Kalifornien hat die Prostituierte Alix Tichelman wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
  • Die damals 26-jährige hatte dem Google-Manager Forrest Hayes eine tödliche Überdosis Heroin verabreicht.
  • In einem zweiten Fall, der ihr zunächst angelastet worden war, konnte ihr keine Schuld nachgewiesen werden.

Tod auf der Jacht

Forrest Hayes war nicht nur Manager bei Google, er war auch Ehemann und Familienvater, der sich häufig darüber beklagte, nicht genug Zeit mit seinen fünf Kindern verbringen zu können. Dass Letzteres auch an seinen Beziehungen mit Prostituierten gelegen haben könnte, tat er öffentlich nicht kund. Eine dieser Beziehungen kostete ihn am Ende jedoch das Leben.

Im November 2013 traf sich der 51-Jährige im Hafen der kalifornischen Stadt Santa Cruz mit der damals 26 Jahre alten Alix Tichelman. Am Tag nach dem Treffen wurde Hayes tot auf seiner Yacht gefunden. Gestorben an einer Überdosis Heroin. Was eine Überwachungskamera offenbarte: Die Prostituierte Tichelman hatte dem Mann auf seinen Wunsch hin die Droge gespritzt. Als er zusammensackte, versuchte sie zwar, ihn wiederzubeleben. Als das misslang, rief sie jedoch keine Hilfe, sondern bemühte sich lediglich, ihre Spuren zu verwischen. Sie trank ihr Glas Wein aus und verließ die Yacht.

Sechs Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung

Dafür ist die "Call Girl Killerin", wie sie von US-Medien vorübergehend genannt wurde, nun zu einer Haftstrafe von sechs Jahren wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie bei guter Führung nach drei Jahren wieder aus dem Gefängnis freikommen könnte. Auch das Jahr, das sie bereits in Untersuchungshaft verbracht hat, wird ihr angerechnet.

Der stellvertretende Polizeichef von Santa Cruz hatte Tichelman im Zuge der Ermittlungen als abgebrüht und herzlos bezeichnet. Sie habe keine Reue gezeigt und sich nicht um den Zustand des Opfers gekümmert, sei mehrmals über den Sterbenden gestiegen.

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Tichelmans Anwalt dagegen pochte darauf, dass seine Mandantin in Panik war. Sie habe versucht, den Tod ihres Freiers zu verhindern. Einen Grund, ihn umzubringen, habe sie ohnehin nicht gehabt, er sei schließlich eine lukrative Einnahmequelle gewesen.

Hayes und Tichelman hatten sich beim Internetportal "Seeking Arrangement" kennengelernt. Wohlhabendere Geschäftspartner, von den Portalbetreibern "Sugar Daddy" oder "Sugar Mama" genannt, bieten dort nicht nur Bargeld, sondern bisweilen auch Hilfe bei Studiengebühren, teure Geschenke oder extravagante Urlaubsreisen an. Hayes hatte die junge Frau über die Webseite immer wieder angeheuert, auch am 23. November hätten sich die beiden "im gegenseitigen Einverständnis getroffen und das Mitbringen von Heroin vereinbart", hieß es von Seiten der Polizei.

Weitere Ermittlungen eingestellt

Zunächst wurde Tichelman noch mit einem anderen Fall in Verbindung gebracht. Ihr Exfreund, ein 53 Jahre alter Diskothekenbesitzer, war im Jahr zuvor ebenfalls durch eine Überdosis Heroin ums Leben gekommen. Die junge Frau rief damals die Polizei und gab an, ihn bewusstlos gefunden zu haben. Auch nach erneuten Ermittlungen konnte Tichelman jedoch keine Schuld nachgewiesen werden.